Kloster Bredelar und Westernkotten

Westernkotten in den Urkunden des Klosters Bredelar

Von Wolfgang Marcus, Bad Westernkotten

[aus: Vertell mui watt 1999, Ausgabe 89]

Bredelar gehört hörte zur Stadt Marsberg im Hochsauerlandkreis und liegt etwa 7 Kilometer südwestlich von Marsberg im Tal der Hoppecke.

Der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg gründete hier 1170 ein Prämonstratenserinnenkloster. Der Ordensgründer der Prämonstratenser ist Norbert von Xanten, der die Gemeinschaft im Jahre 1121 in Prémontré in Frankreich gründete.

Bereits 1196 gaben die Prämonstratenserinnen das Kloster auf, und es zogen Zisterzienser aus Hardehausen in die Klostergebäude ein. Der Zisterzienserorden wurde 1098 von Robert von Molesme und anderen in Cistercium, südlich von Dijon in Frankreich, gegründet. Das Kloster Hardehausen gründete 1140 Bischof Bernhard I. von Paderborn.

Die Zisterzienser blieben in Bredelar bis zur Aufhebung des Klosters im Jahre 1804. Heute wird das Kloster teilweise als Fabrik benutzt bzw. ist als Ruine in Resten erhalten.[vgl. Monastisches Westfalen. Klöster und Stifte 800-1800, Münster 1982, S. 324].

Aus Westernkotten haben zwei Männer den Weg ins Kloster Bredelar gefunden, zum einen Caspar Philipp Anton Brexel, der in Bredelar von 1758 bis zu seinem Tode im Jahre 1764 als Abt Antonius II. dem Kloster vorstand, und Antonius Leißeren, der schon 1708 in Bredelar eintrat. [Vgl. Bad Westernkotten. Altes Sälzerdorf am Hellweg, S. 319]

Die Urkunden des Klosters Bredelar wurden Anfang der 1990er Jahre von Helmut Müller bearbeitet und herausgegeben [Sauerländer Heimatbund u.a. (Hg.). Die Urkunden des Klosters Bredelar – Texte und Regesten – , Fredeburg 1994; Band 12 der Reihe: Landeskundliche Schriftenreihe für das kurkölnische Sauerland]. In diesem Buch wird auch 4 Mal Westernkotten erwähnt. Die einzelnen Urkunden sollen kurz vorgestellt werden. Sie drehen sich vornehmlich um Besitzübertragungen und sind u.a. für die Familiengeschichtsforschung von Bedeutung.

  • 1. Am 16. Juni 1612 verkaufen Adrian Loper [Löper: alte Erbsälzerfamilie] und seine Frau Else dem Bernhard Roggener, Pastor zu St. Peter in Geseke, eine Fünferd Land im Hocklemerfeld oberhalb der Wulfskuhle, zwischen Joachim Koeters und Henrich Frickens Land gelegen.- Die Urkunde trägt das Siegel des Paderborner Bauer- und Amtsrichters Adrian Borchardt und die Unterschriften von Johann und Adrian Loper. [Urkunde 1300]
  • 2. Am 8. Mai 1624 überläßt ein Heinrich Schleedorf, der mittlerweile in den Besitz der o.g. Parzelle gelangt ist, die Fünfgerd Land dem Johann Rixe zu Westernkotten [möglicherweise ein Vorfahr der Bad Westernkötter Familie Schütte-Rixmeier].
  • 3. 17.1.1631: Henning Hunoldts, fürstlich-paderbornischer Bauerrichter zu Westernkotten, beurkundet, dass August Kramer und sein Sohn Johann Kramer ihre Hausstätte mit Spieker [=Kornspeicher] und Stallung im Dorf Westernkotten, bei Peter Johannknechts [noch heute in Bad Westernkotten vorkommender Name] Haus zwischen den beiden Fahrwegen gelegen, Johann Ricksen [Vorfahren von Schütte-Rixmeier?] und dessen erben verkauft und Währschaft geleistet haben. – Zeugen sind die Vettern Johannes und Ludolf Loper. [Urkunde Nr. 1313]
  • 4. 6.7.1664: Johann Rixe, Einwohner zu Westernkotten,beurkundet, dass er dem Abt Absalon Heuck zu Bredelar 250 Reichstaler schulde, der Taler zu 4 ½ Kopfstücken gerechnet, wofür er jährlich auf Johannis 39 Mollen trockenes weißes Salz zu liefern verspricht und seine vor Westernkotten liegenden Güter zum Pfand setzt. [Möglich ist, dass diese Schulden noch aus dem 30jährigen Krieg und entsprechenden Kontributionsverpflichtungen resultieren. Durchaus nicht unüblich ist, das Westernkötter in dieser Zeit ihre Schulden in Salz bezahlten. Urkunde Nr. 1350]