Ziegelei, ehemalige

Die Ziegelei Diesmeier in Westernkotten

Von  + Frieda Diesmeier, Bad Westernkotten

Vormerkungen

Mitte Januar 2003 bekam ich von Rainer und Annette Fischer geb. Diesmeier, Holunderweg 7 in Bad Westernkotten, einen umfangreichen Bestand aus dem Nachlass ihrer Tante Frieda Diesmeier, geb. 15.3.1911, gestorben am 5.4.2001. Darunter fanden sich nicht nur zahlreiche Familienfotos, alte bibliophile Bücher und Briefe, sondern auch ein maschinenschriftliches Manuskript von Frieda Diesmeier zur Geschichte der Ziegelei und den Arbeitsabläufen dort. Frieda Diesmeier hat die Ziegelei gemeinsam mit ihrem Bruder Erich (geb. 29.9.1920, von Beruf Viehhändler, gestorben im September 2000) in ihrer Jugendzeit noch selbst erlebt und kann deshalb anschaulich vor allem von den Arbeitsabläufen und dem Leben auf der Ziegelei berichten. Sie selbst ist übrigens später nach Vaihingen an der Enz gezogen, bevor sie mit fast 70 Jahren das Haus Schäferkämper Weg 1 in Bad Westernkotten, ihrer alten Heimat, kaufte, in dem sie bis zu ihrem Tode lebte.

Ich habe das von ihr gefertigte Manuskript geringfügig überarbeitet, indem ich es unter anderem durch einige genealogische Fakten ergänzt habe. Einige Fotos habe ich zudem aus dem Ausstellungskatalog „300 Jahre lippische Wanderziegler“, hrsg. vom Institut für Lippische Landeskunde, Detmold 1991, hinzugefügt. Am Thema interessierte Leser seien zudem auf den Jugendroman „Der Mann im Feuer“ von Willi Fährmann, Arena-Verlag Würzburg 1989, sowie auf den Aufsatz von Wilhelm Probst „Arbeitsvertrag auf einer Dachpfanne“ im Heimatbuch von Westernkotten aus dem Jahre 1958, S. 77-80, verwiesen.

Wolfgang Marcus

 

 

Zur Geschichte der Ziegelei Diesmeier 1907 – 1930

Friedrich (August) Diesmeier wurde am 9.9.1874 in Müssen bei Lage in Lippe geboren. Seine Eltern waren der Ziegler und Einlieger Ernst August Diesmeier, geb.29.12.1840 in Kellentrup, gest. 1877 in Müssen (beim Sturz aus einer Bodenluke), und Hanna Friederike Wessel, geb.5.1.1852, gest. 19.11.1892.

Der Großvater väterlicherseits des Ernst August Diesmeier war Johann Hermann Christoph Diesmeier, geb. 23.6.1793 in Hardissen, Lippe. Er war Schäfer und Einlieger gewesen.

Am 4. Januar 1907 hatte Friedrich Diesmeier in seinem Geburtsort Müssen geheiratet und erwarb im gleichen Jahr für 20 000 Reichsmark die alte Ziegelei in Westernkotten, die seit einiger Zeit still lag und die schon mehrere Vorbesitzer gehabt hatte. Sie war noch für den Handbetrieb eingerichtet. Die Grundausstattungen waren vorhanden, bedurften jedoch gründlicher Überholung. So machte der Ziegeleimeister Friedrich Diesmeier, mein Vater, hier einen Neuanfang. Er hatte gründliche Lehrjahre hinter sich. 14-jährig, fast noch ein Kind, hatte ihn sein Stiefvater mit auf eine Ziegelei ins Rheinland genommen, um von Grund auf alles zu erlernen. Die tägliche Arbeitszeit hatte damals keine Grenzen. Gearbeitet wurde, solange es hell war, im Hochsommer oft von morgens um 4 Uhr bis abends um 8 oder sogar 9 Uhr, und das 6 wöchentlich. Das galt auch für Jugendliche.

Sonntags war Ruhetag. Da war Friedrich so müde, dass er sich.kaum von seinem Strohsack erheben konnte, in den er oft abends still hineingeweint hatte, weil ihm alle Glieder weh taten und vor Heimweh. Sonntag nachmittags lief er dann auch wohl in das nahe Gebüsch und warf sich zu Boden, um sich auszuweinen. Diese schwere Anfangszeit war jedoch bald überwunden. Sein Körper hatte sich gestählt und ließ auch das Heimweh überwinden. Mit anderen Kameraden begann trotz Schwerstarbeit eine fröhliche Jugendzeit. Nachdem er im Laufe der Jahre mit allen Arbeiten vertraut war – auch Brennen erlernt hatte – übernahm er 26jährig eine Meisterstelle im Raum Düsseldorf, die er bis zum Kauf der Ziegelei in Westernkotten innehatte. Während dieser Zeit hatte er gespart und Mark auf Mark gelegt, um sich seinen größten Wunsch, eine eigene Ziegelei zu haben, zu erfüllen. Nun war es endlich erreicht. Er holte sich Mitarbeiter aus Lippe, kaufte Pferde und Wagen und alles was nötig war und schon im gleichen Sommer konnten die ersten Ziegelsteine angeboten werde.

Zunächst kamen wenig Käufer. Nach und nach entwickelte sich zur heimischen Bevölkerung ein Vertrauensverhältnis und man konnte sich über Wasser halten. Von jetzt ab wurden Jahr für Jahr Verbesserungen des Betriebes vorgenommen. Es wurden eine Presse und eine Lokomobile als Antriebsmaschine gekauft. Zum Lehmtransport wurden Kipploren angeschafft und Feldbahngleis zum Lehmberg verlegt. Der Betrieb nahm einen sichtlichen Aufschwung.

Jetzt war es auch an der Zeit seine junge Frau, die sich in Friedrich Diesmeiers Geburtshaus in Müssen eingerichtet hatte, nach hier zu holen. So machte er sich eines Tages mit Pferd und Leiterwage auf den Weg, überfuhr das Eggegebirge, lud alle Habe auf den Leiterwagen und traf am Abend des nächsten Tages wieder in Westernkotten ein.

Nun folgten arbeitsame Jahre, die nicht zuletzt dank der tatkräftigen Mitarbeit der Ehefrau Frieda geb. Jobst (geb. am 11.11.1882 in Müssen Krs, Detmold; ihr Vater, Adolf Christoph Jobst, geb.10.8.1855, war übrigens Ziegelmeister in Zedemick bei Berlin gewesen) zum Erfolg führten.

Dann kam das Jahr 1914. Der Erste Weltkrieg war ausgebrochen. Spontan wurden die Arbeiten auf der Ziegelei abgebrochen, die Mitarbeiter jubelten, schwangen ihre Mützen und die meisten mel­deten sich freiwillig. Alle Maschinen wurden stillgesetzt, nur im Ringofen wurde der Brand bis zum Herbst weitergeführt. Dann kam auch hier das große „Aus“.

Im Jahre 1919 gab es dann nochmals einen Neuanfang. Noch einmal wurde umgerüstet und modernisiert. Größere Maschinen wurden aufgestellt, auch ein großer, liegender Dampfkessel gekauft. Erst jetzt war eine gute Nutzung des Betriebes möglich und es wurde mit großer Aktivität gearbeitet. Nun wurden auch hiesige Leute eingestellt, die nach einer Anlernzeit so gute Arbeit leisteten, dass sie nicht mehr aus dem Betrieb wegzudenken waren.

Die Inflation wurde 1923 mit knapper Not überstanden und fleißige Jahre gingen ins Land. 1930 wurde der letzte Ton aus dem Lehmberg gegraben. Bis an den Steinweg  (südlich der B 1) – heute: Zum Domhof – war man gekommen und die ganze Fläche war jetzt ausgetont. Eine neue Abbaustelle, obwohl vorhanden, konnte nicht greifbar gemacht werden. Auch brachte die Einschaltung der Gemeinde in die Verhandlung mit dem Besitzer eines

abbaufähigen Geländes kein positives Ergebnis. Das war das Ende!

Sämtliche Gebäude wurden abgebrochen, nur der 30 m hohe Kamin des Ringofens blieb noch einige Jahre als Wahrzeichen stehen, bis auch er 1945 umgelegt wurde. So hatte 1931, in der Zeit der größten Arbeitslosigkeit, Westernkotten noch ein paar Arbeitslose mehr.

 

 

 

Allgemeines zu den lippischen Zieglern und dem Leben der Ziegler

Der Ziegeleibetrieb war ein reiner Saisonbetrieb. Während der Frostperiode konnte nicht gepresst werden. So wurde Ende März bzw. ­Anfang April mit der Arbeit begonnen und im Oktober beendet. Das Brennen der Steine konnte auch noch im Herbst fortgesetzt werden, solange trockene Rohsteine vorhanden waren. In der Regel reichten sie bis zur Weihnachtszeit. Die Arbeitsplätze konnten nur zum Teil mit hiesigen Leuten besetzt werden. Die Ziegeleifacharbeiter kamen aus dem Lipperland. Auf die Brenner, Heizer und Ofensetzer aus Lippe konnte man nicht verzichten. In Lippe gab es in jedem Haus einen oder sogar mehrere Ziegler. Fast jeder schulentlassene Sohn wurde von seinem Vater mit auf die Ziegelei genommen. Andere Arbeits­plätze waren rar. So schwärmten die Lipper im Frühling aus in alle Lande. Sie zogen nach Hessen, ins Rheinland, nach Oldenburg, nach Bremen, ins Hanoversche und nach Brandenburg. Nur in den Winter­monaten waren sie zu Hause. Die meisten von Ihnen hatten eine kleine Landwirtschaft nebenbei. Im Sommer verrichteten die Frauen die Land­arbeit. Im Winter besorgten die Männer die Restarbeiten wie Dreschen und Schlachten. Im Frühjahr gings dann wieder in die Fremde zur schweren Ziegeleiarbeit.

Die Arbeitszeit auf den Ziegeleien war stets von morgns 7 bis abends 7 Uhr. Davon waren 2 Stunden Pause (1/2 Std. Frühstück, 1Std. Mittag, 1/2 Std. Kaffeepause).

Die Lipper wohnten den ganzen Sommer über in einem zur Ziegelei gehörenden Wohnheim. Darin gab es mehrere Zwei- bis Dreibettschlafräume und 2 Einzelzimmer für die Brenner wegen der Schichtarbeit.

Das Essen wurde im gemeinschaftlichen Essraum eingenommen. Jeder hatte seine eigenen Essvorräte, aus eigener Schlachtung von Zuhause mitgebracht, im eigenen Spind. Gerstenkaffee kochte man im großen Topf gemeinsam für den ganzen Tag im voraus. Das Mittagessen wurde von allen am Abend vorher vorbereitet. Kartoffeln wurden ge­meinsam geschält und Erbsen oder Bohnen zum Quellen angesetzt.

Der Brenner, dessen Arbeitsplatz ohnehin der Ringofen war, kochte den Eintopf nebenbei auf einer der Feuerstellen für den Steinbrand. Das Essen war sehr „abwechslungsreich“: An einem Tag gab es Erbsen, ­am anderen Bohnensuppe, dann wieder Erbsensuppe danach Bohnensuppe, immer im Wechsel, und immer mit viel fettem Speck. Sonntags wurde nicht gekocht, da brözelte jeder für sich etwas Besonderes auf dem Ringofen.

Bei den Zieglern war alles spartanisch einfach. Die Zimmerwände waren mit Kalk weiß getüncht. Die Holzfußböden wurden nur gefegt. Die Bretterbettstellen enthielten nur einen Strohsack und eine Wolldecke. Federbetten und Bettzeug brachte man im weißen Leinensack aus der Heimat mitDarum konnte in Detmold, wo die meisten Ziegler in die Bahn einstiegen, der Schaffner rufen:„Hallo, Sie, mit Ihrem Weißen (gemeint war der weiße Leinensack)! Vierter ist hinten.“ (4ter-Klasse-Wagen).“

Der Essraum enthielt außer dem gemauerten Herd, der nur an sehr kalten Tagen zur Erwärmung des Raumes angezündet wurde, einen großen Esstisch mit je einer Bank ohne Lehne davor und dahinter und viele Einzelspinde für die Essvorräte. Stubendienst wurde abwechselnd wochenweise verrichtet.

 

 

 

Rohstoffvorkommen der Ziegelei Westernkotten

Das Tonvorkommen war auf dem Gelände des Bauern Schulte-Berendwilm südlich des Hellwegs. Es war das Eckgrundstück Hellweg, damals auch Reichssraße 1, und Steinweg und vertraglich an den Ziegeleibetrieb zum Austonen abgegeben worden. Der Ton, der sich unter einer Mutter­bodenschicht von ca. 0,30 m bis zu einer Trefe von 1,50 bis 1,80 m befand, musste zuerst durch Abräumen der Muttererde freigelegt werden. Im Frühjahr, zu Anfang des Arbeitsjahres, wurde soviel Humusboden mit Schaufel und Handkarren abgetragen, daß der freigelegte Lehm­boden für die Arbeitsperiode ausreichte. Im Herbst wurde dann die aufgehäufte Erde wieder auf die ausgetonte Fläche zurücktransportiert und durch Planieren wieder eine sofortige landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht. Mit dem Austonen war zunächst an der östlichen Seite des Geländes begonnen worden, welches der Ziegelei am nächsten lag. Dann arbeitete man sich immer weiter nach Westen zum Steinweg vor.

Mit großen Tonspaten wurde die obere Schicht des Lehms auf einer Breite von ca. 2 m abgegraben, dann jeweils die darunterliegende bis zur Sohle. Die einzelnen Schichten wurden so verteilt, dass mit jedem Transport ein Durchschnitt sämtlicher Schichten angeliefert wurden, denn es gab Unterschiede in der Zusammensetzung der einzel­nen Schichten. Der erfahrene Lehmstecher erkannte dies auch an der Farbe des Tones.

 

 

 

Arbeitsweise auf einer Ziegelei für Handbetrieb

Der Lehm wurde mit einem Pferdekippkarren, der das Material sofort in den Göpel kippte, transportiert. In dem Göpel, einem hölzernen Rührwerksbehälter, dessen Rührwerk von einem im Kreis laufenden Pferd in rotierende Bewegung gesetzt wurde, bekam der Ton soviel Wasser zugesetzt, bis daraus eine glatte homogene Masse mit genauer Konsistenz resultierte.

Auf einen großen Brettertisch wurde ein Teil des Lehmbreies aufge­schaufelt. Davon nahm der Former mit beiden Händen etwas ab, füllte mit einem Schlag seine Zweier-Form, strich mit einem Holz ab und klopfte die beiden Rohsteine aus, die dann zum Trocknen in die Trockenschuppen gefahren und dort ausgelegt wurden. Aus Gründen der Platzersparnis wurden die angetrockneten Steine nach einiger Zeit in sogenannte Hagen gesetzt. Dies sind mauerähnliche Aufschichtungen in der Art, dass noch genügend Luftzirkulation zur völligen Trocknung vorhanden ist. Das Bild, welches im 1. Weltkrieg in Russland entstand, ver­deutlicht diese Arbeitsweise. Das Brennen erfolgte im Ringofen, wie später beschrieben wird.

 

 

 

Arbeitsweise der Maschinenziegelei

Vom Betrieb bis zum Lehmberg waren seitlich der Reichsstraße 1 Feldbahngleise verlegt. Der Lehm wurde abgegraben wie schon vorher beschrieben und in Kipploren gefüllt. Jeweils 3 Loren wurden auf dem Gleis zu einem Zug vereinigt und von einem Pferd bis zum Seil der Seilwinde gezogen. Über eine Weiche wurden 3 leere Loren wieder zum Lehmberg zurücktransportiert. Die vollen Loren wurden mit der Seil­winde den Schrägaufzug hinaufgezogen und der Inhalt in den Beschicker gekippt. Nach Wasserzusatz und Verrühren zu einem homogenen Brei mit richtig eingestellter Konsistenz gelangte die Masse über ein Steinaussonderungswalzwerk in die Strangpresse und wurde von dieser zu einem endlos fortlaufenden Strang in den Abmessungen der Ziegelsteine geformt. Mittels eines Abschneideapparates, der mit einem Hebel, an dem 2 Stahldräte befestigt waren, ausgerüstet war, wurden durch Handbedienung jeweils 2 Steine vqn dem sich immer weiter vorwärts bewe­genden Strang abgeschnitten. Diese wurden sogleich auf mit Sand bestreute Presskarren gesetzt und in die Trockenschuppen geschoben. Hier wurden sie mit der Kopfseite zum Trocknen auf den Boden ge­stellt. Dieser Vorgang erforderte große Sorgfalt, damit eine Ver­formung vermieden wurde. Sobald durch die Trocknung eine gewisse Härte erreicht war, wurden die Rohsteine aus Gründen der Platz­ersparnis in Hagen gesetzt.

Mit Stein- oder Ofenkarren wurden die völlig trockenen Rohsteine in den Ringofen transportiert und dort von Ofensetzern so gestapelt, dass das Feuer durch die Luftzüge reguliert werden konnte und genü­gend Kanäle zur Aufnahme des Brennmaterials vorhanden waren.

Der Brand der Steine erfolgte in ununterbrochener Kette. Auf der einen Seite des Ofens wurde eingefahren, auf der anderen Seite die fertigen Steine ausgefahren. Dazwischen lag die eigentliche Brennstrecke mit Vorwärmung, Brand und Abkühlung. Die Brenntempera­tur und die Dauer des Brennprozesses wurden durch Zugabe des Brenn­stoffs und entsprechende Zugregulierung von Hand gesteuert. Dieses erforderte große Erfahrung und konnte nur von gelernten Leuten ausgeführt werden. Gebrannt wurde in ununterbrochener Folge von Anfang bis Ende der Saison. Zwei Brenner versahen den Dienst. Einer übernahm die Tagschicht, der andere die Nachtschicht in jeweils 12 Stunden Arbeitszeit täglich und an 7 Tagen in der Woche über den ganzen Zeitraum hinweg.

Es blelbt noch zu erwähnen, dass das ganze Brenn­material von den Brennern über eine schräge Pritsche mit hölzernen Kastenkarren auf den Ofen hinaufgeschoben werden musste. Dies war eine körperliche Schwerstarbeit, wie sie auch auf allen anderen Arbeitsplätzen zu leisten war.

 

 

 

Einrichtungen und Geräte einer Ziegelei im Handbetrieb

– Pferdekippkarre für den Lehmtransport

– Göpel mit Pferdeantrieb

– Ringofen als Brennofen

– Trockenschuppen

– Handformen aus Holz

– Presskarren, Steinkarren und Kastenkarren

– Tonspaten und Schaufeln

 

 

 

Einrichtung und Geräte einer Maschinenziegelei

– Kipploren auf Feldbahngleis für den Lehmtransport (Pferdeantrieb)

– Schrägaufzug mit Seilwinde

– Beschicker = eiserner Rührwerksbehälter mit ca. 2 m³ Inhalt

– Steinaussonderungswalzwerk (Aussonderung der im Lehm enthaltenen Steine)

– Strangpresse

– Abschneideapparat

– Dampfmaschine mit Transmissionswelle (Antriebsmaschine)

– Ringofen­

– Presskarren, Steinkarren und Kastenkarren

– Schaufeln und Tonspaten

– Schwere Pferdewagen zum Antransport der Kohle und Abtransport der Steine zur Baustelle

– Pferde

Personal für die Maschinenziegelei

2 Brenner für den Ringofen, 1 Heizer für den Dampfkessel, 2 Ofensetzer, 2 Auskarrer, 3 Lehmstecher, 1 Lehmfahrer, 1 Bedienung für Beschicker und Presse, 1 Abschneider, 2 bis 3 Karrenschieber, 1 Hagensetzer.

Die Facharbeiter wie Brenner, Heizer und Ofensetzer kamen immer aus Lippe. Alle übrigen Plätze waren mit einheimischen Leuten aus Western­kotten und Erwitte besetzt.

 

 

 

Absatzgebiet der Ziegelsteine der Ziegelei Diesmeier

Die Absatzgebiete waren: Westernkotten, Geseke und Umgebung bis Steinhausen, die Gebiete Westereiden, Oestereiden, Hoinkhausen, Berge, Weikede, Anröchte, Erwitte, Stirpe, Weckinghausen, Bökenförde, Langeneicke, Störmede und Lippstadt. Auf Wunsch wurde frei Baustelle mit eigenem Pferdefuhrwerk geliefert.

Abbildungsverzeichnis:

  1. Frieda Diesmeier, die Verfasserin dieses Beitrags (Aufnahme von 1978)
  2. Das Anwesen Diesmeier an der B1 in einer Luftaufnahme aus dem Jahre 1956. Von 1907 bis 1930 wurde hier die Ziegelei betrieben.
  3. Friedrich August Diesmeier, der Begründer der gleichnamigen Ziegelei
  4. Friedrich Diesmeier, geb. 1874, mit seiner Frau Frieda, geb. 1882, und Töchterchen Frieda, geb. 1991 (Aufnahme etwa 1914)
  5. Ziegelei Diesmeier 1913
  6. Friedrich Diesmeier in Russland im 1.Weltkrieg als Steinemacher für Unterstände
  7. Detailaufnahme von Bild 6
  8. Frieda Diesmeier, die Verfasserin dieses Beitrags, als 17-jähriges Mädchen (Aufnahme von 1928)
  9. Briefkopf der Ziegelei Diesmeier
  10. Friedrich und Frieda Diesmeier,  vorn im Bild die Feldbahngleise für den Lehmtransport
  11.  Beim 80. Geburtstag von Friedrich Diesmeier 1954
  12. Goldene Hochzeit von Friedrich und Frieda Diesmeier am 4. Januar 1957, vier Jahre vor seinem Tod
  13. Einige Ziegeleiarbeiter im Kamp