Holz aus Rüthen für Saline nach 1640

Rüthener Holz als Brennmaterial für die Saline Westernkotten

Von Wolfgang Marcus

Im Herbst 2000 ist das im wahrsten Sinne des Wortes gewichtige und sehr informative Werk „Geschichte der Stadt Rüthen“ [hrsg. von Wolfgang Bockhorst und Wolfgang Maron, Paderborn 2000] erschienen. Darin finden sich auch zahlreiche Verweise auf Erwitte und seine Stadtteile. So beinhaltet das Orts- und Personenregister insgesamt 7 Verweise auf Bad Westernkotten, 3 auf Eikeloh (vor allem die Probstei), 1 auf Horn, 4 auf Völlinghausen (und weitere auf die Familie von Völlinghausen) und insgesamt 50 auf Erwitte und die Familie von Erwitte.

Interessant für Westernkotten sind vor allem die Beziehungen zur Saline Westernkotten. So heißt es unter anderem in dem Beitrag von Cornelia Kneppe [Die Stadt Rüthen und ihr Umland, S. 219-257, hier S. 236/237]:

„Abschließend ist endlich noch auf die ungenehmigten Holzausfuhren hinzuweisen, die in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts zumeist von den Außenbürgern in Meiste und Kneblinghausen nach Westernkotten durchgeführt wurden. Das der Waldmark entnommene Holz diente zur Befeuerung der dortigen Salinen, und es ist leicht vorstellbar, welch große Holzmenge der Salinenbetrieb verschlungen hat. Das illegale Geschäft des Holzverkaufs nach Westernkotten, auf das eine Strafe von 10 Goldgulden stand, scheint äußerst einträglich gewesen zu sein, wie die Nachricht beleuchtet, dass selbst der Pfarrer von Meiste 1670 daran beteiligt war. Dass diese Ausfuhren von den nördlichen Dörfern des Stadtgebietes überhaupt möglich waren, dürfte nicht zuletzt begünstigt worden sein durch die städtischen Holzknechte, denen als festes Gehalt 10 Reichstaler zustanden, „…indessen, da keiner mit diesem gehalte bestehen konnte, so wurde es ihnen auch nachgesehen daß sie im Walde nach belieben wirtschafteten, unter solchen umstanden erlebte denn auch der wald den gegenwertigen ruin…“ Als man später den eingetretenen Mangel an Bau- und Brennholz wahrnahm, wurden drei Holzknechte für die Stadt, zwei für die Dörfer ernannt:“…den beiden letztern blieb das vorige gehalt, und dieser umstand mag es denn auch veranlaßt haben, daß die stadt Rüthen seit menschen gedencken von diesen bedeutenden walddistricten keinen kreuzer wehrt nutzen gehabt haben.“ Dieser zusammenfassende Bericht aus späterer Zeit erklärt die Reaktion des Rates, 1677 die Schützenbruderschaft zur Überwachung des Waldes und Bestrafung der Missetäter einzusetzen und sich nicht allein auf die Holzknechte zu verlassen.“-

Schon im Dreißigjährigen Krieg scheint es aber üblich gewesen zu sein, illegal Holz aus Rüthen an die Saline Westernkotten zu verkaufen. So beklagt der Rüthener Stadtsekretär Wördehoff in einem Brief an den in Arnsberg weilenden Bürgermeister Brandis vom 12.12.1640 „destruktive Vorgänge im Gogericht, leerstehende Gebäude in den Dörfern gegen Verbot abzubrechen und als Siedeholz nach Westernkotten zu verkaufen“ [zitiert nach Friedhelm Sommer „Rüthen im Dreißigjährigen Krieg“, ebd. S. 371-444, hier S. 438].