Ignatz Köhler Saline Weko um 1830

Beschreibung der Saline Westernkotten um 1840

von Ignatz Köhler

Vorbemerkungen

Schon mehrmals sind in den letzten Jahren in den Heimatblättern Aufsätze zur Geschichte der Saline Westernkotten veröffentlicht worden.[1]

Die vorliegende Schrift stellt für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts die wichtigste Gesamtdarstellung der Saline Westernkotten dar. Ignatz Köhler war der Rentmeister des von Landsberg’schen Salinenanteils in Westernkotten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach den Angaben im vorletzten Abschnitt ist zu schließen, dass die Schrift nach 1836 und deutlich vor 1850 gefertigt wurde. [2] Durch den vorangestellten Rückblick auf die Geschichte der Saline eröffnen sich Blicke in die weiter zurückliegende Vergangenheit des Westernkötter Salzwerkes sowie die Kenntnisse zur Geschichte Westernkottens in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Schon in der Einleitung ist als Adressat „Euer Gnaden“ genannt. Und nach einem Einführungsteil geht  der Text speziell auf  die Einrichtungen der Herren von Landsberg ein. Somit ist zu schließen, dass diese Beschreibung für das adlige Haus von Landsberg erstellt wurde und eine Art Bestandserfassung darstellt.[3]

Wolfgang Marcus

 

Westernkotten, ein im Herzogtum Westphalen, Regierungsbezirk Arnsberg, Kreis Lippstadt belegenes Dorf, von circa 1300 Einwohnern, ist seiner schweren Salzsoolenbrunnen wegen in mancher, selbst politischer und industrieller Beziehung wichtig genug, um etwas Näheres, betreff die Saline in früheren Zeiten und auch des Orts Entstehung, Nachforschungen anzustellen, solche zu sammeln und für die Nachfolger zu bewahren.

Ich habe mich bestrebt, soviel thunlich mir die Mittel zu jenem Zwecke zu verschaffen und mir die Ehre erlaubt, Euer Gnaden unterthänigst folgendes ganz gehorsamst vorzutragen.

Bevor auf dem Platze, wo jetzt Westernkotten liegt, ein Dorf und daselbst Wohnungen waren, existirten schon die Soolquellen.

Diese wurden benutzt von den Einwohnern des Dorfes Aspen, welches nicht weit südlich des jetzigen Dorfes belegen, ein Raub der Flammen wurde. Die Abgebrannten von Aspen verließen ihre Hausplätze und bauten sich an, nahe bei den Soolbrunnen, erhielten den Namen ‘Westernkötter‘ von dem Schloß Westernkotten, welches auf dem Platze stand, wo jetzt das von Papen’sche Gut, zwischen Westernkotten und dem Schäferkamp (eine Anzahl Häuser, welche auch zu Westernkotten gehören) belegen ist.

Es scheint nicht zweifelhaft, daß die Einwohner von Aspen und später Westerkötter bei den Soolbrunnen verzogen und, daselbst wohnhaft, alle das zu ihrer Haushaltung nothwendige Salz durch Schöpfung aus den Soolbrunnen sich bedienten; solches Schöpftum aber in späterer Zeit sich zu einem Schöpfrecht gestaltet, sich als Kauf- und Verkaufs-Object gebildet hat. Daher ist es denn auch erklärlich, daß vor dem siebenjährigen Kriege eine große Menge Soolschöpf-berechtigte existirten, welche Berechtigungen so klein waren, daß mehreren nur ein Recht im Jahre 1 bis 2 Stunden zu schöpfen und sieden gebührte.

Wann die Schöpfberechtigkeit sich in 15 Antheilen oder Hütten oder

Pfannen gestaltet, wann die Aufsichtsrechte resp. Abgabeverpflichtungen vom Salzwerk ursprünglich an den Fürstbischof zu Paderborn gekommen, ist mit Sicherheit nicht zu ermitteln, obwohl es wohl mehr sein mag, daß diese Gerechtsame dem in Erwitte belegenem Curia regia (Köngshof) früher anklebte,    welche der Kaiser Konrad dem Bischof Meinwerkus schenkte.

Ohne Zweifel verdankt die Saline Westernkotten die Eintheilung in 15 Pfannen der Zeit, wo das Salz anfing, ein bedeutender Handelsartikel zu werden.

Die Potenteren hatten sich mehrere Antheile erworben und so existirten in früheren Zeiten folgende volle Antheile:

1. Benninghausen Sive Leckhütte, später Herr von Schade       2 Pfannen

2. Bücks Hütte, Herrn von Hoerde zu Scharzenraben, Eringer-

feld und Herrn von Bocholz gehörig                                                          1 Pfanne

  • 3. Korffs Hütte, Herrn von Korff gehörig 1 Pfanne
  • 4. Fürstlich Paderbornsche s.g.Doctors Hütte

Am Ost-Ende Bredenoll 1/6, Löper 5/6

Am West-Ende von Schade ½, von Landsberg ½                   2 Pfannen

  • 5. Bredenolls-Hütte

von Landsberg Dominus directus                                                                              2 Pfannen

Am Ost-Ende Engelberg von Landberg ½, Bredenoll ½

Am West-Ende Graf von Landsberg

  • 6. Craes-Hütte, von Schade Dominus directus 2 Pfannen

Am Ost-Ende von Schade ½, Poelmann 1/3, Dirks 1/6

Am West-Ende Herr von Schade

  • 7. Becks-Hütte, von Landsberg Dominus directus 2 Pfannen

Am Ost-Ende von Landsberg 2/3, Vernholz 1/3

Am West-Ende v. Landsberg 1/3,Bredenoll 1/3,Stromberg 1/3

  • 8. Capitains-Hütte, Probst zu Eickelborn Dominus directus 1 Pfanne

Herr Jesse

  • 9. Brexels-Hütte, Haus Füchten Lehnsherr 1 Pfanne
  • 10. Liesborner-Hütte, Kloster Liesborn Dominus directus 1 Pfanne

Poelmann in Pacht                                                                                                       ________

15 Pfannen

 

Der Bedarf der Rohsoole wurde aus dem Brunnen gewonnen, welches mittels einer Tretrad-Kunst durch Menschen geschah.

Die drei Brunnen waren:

  • 1. Der Hauptbrunnen

An diesem waren betheiligt:

  • a) Craes mit 2 Pfannen
  • b) Becks mit 2 Pfannen
  • c) Doctors mit 2 Pfanne
  • d) Korffs mit 1 Pfanne
  • e) Hoerden mit 1 Pfanne

8 Pfannen

  • 2. Der vorderste Brunnen

Zu demselben gehörten:

  • a) Liesborn mit 1 Pfanne
  • b) Brexel mit 1 Pfanne
  • c) Capitains Hütte mit 1 Pfanne

3 Pfannen

  • 3. Der hinterste Brunnen

Schöpfberechtigt waren:

  • a) Lecks-Hütte mit 2 Pfannen
  • b) Bredenolls mit 2 Pfannen

4 Pfannen

Sa.Sarum  15 Pfannen

 

Der Bedarf der Rohsoole auf der hiesigen Saline Westernkotten wird auch gegenwärtig noch aus drei Brunnen, welchen nur andere Namen gegeben wurden, genommen. Diese sind:

  • 1. Der Windmühlenbrunnen
  • 2. Der Mittelbrunnen
  • 3. Der Kappler Brunnen,

und zwar aus dem Sub 1 u.2 genannten Brunnen mittels einer Roßkunst, aus dem Sub 3 mittels einer Tretrad-Kunst durch Menschen.

Diese auf der Saline vorhandenen Soolbrunnen sind außer der Dammerde in Mergel 45 bis 55 Fuß tief abgeteuft. Das Streichen des Mergels geht von Osten nach Westen. Die Soolquellen streichen hier, wie auch in Werl und in Königsborn, von Osten nach Westen.

Wie ergiebig die Quellen sind, wieviel Cubikfuß Soole namentlich in einer Minute zu Tage gefördert wird, kann nicht angegeben werden, da es hier an den dazu erforderlichen Einrichtungen mangelt.

Ein gemeinschaftliches Werk findet auf der Saline nicht statt, es besteht vielmehr auch noch gegenwärtig die Saline Westernkotten, so wie früher, aus 15 Antheilen, welche verschiedenen Interessenten zugehören.

Diese Antheile wurden wieder unregelmäßig besessen und demgemäß haben nicht alle Interessenten gleiche Antheile an den Brunnen, und ebenso auch nicht alle Interessenten Antheile an allen Brunnen.

Zuvorderst anliegend die 15 Antheile,

so gehören davon:

  • 1. Dem Herrn Graf von Landsberg 6 5/6 Antheile
  • 2. und ist von demselben die Brexels Hütte von 1 Antheil in Pacht genommen.
  • 3. Der Frau von Papen 3 Antheile
  • 4. Den Gebrüdern Bredenoll 1 1/3 Antheile
  • 5. Dem Fiscus 1 Antheil
  • 6. Den Erben Jesse 1 Antheil
  • 7. Dem Erbsälzer Löper 5/6 Antheil

15      Antheile.

 

Die Rohsoolförderung auf dem Windmühlen- sowie dem Mittelbrunnen geschieht Tag und Nacht ununterbrochen. Die Rohsoole wird durch die Roßkunst mittels Pumpen aus dem 45 bis 55 Fuß tiefen Brunnnenschacht zu Tage gefördert.

An diesen beiden Brunnen sind berechtigt:

  • 1. Der Herr Graf von Landsberg mit 6 5/6
  • 2. Die Frau von Papen mit 3
  • 3. Die Gebrüder Bredenoll mit 1 1/3
  • 4. Der Erbsälzer Löper mit 5/6

Antheil.

Die Schöpfzeit der beteidigten Herrn Interessenten ist folgende:

  • A. Windmühlenbrunnen
  • 1. Der Herr Graf von Landsberg mit 9 Stunden täglich
  • 2. Die Frau von Papen mit 12 Stunden
  • 3. Die Gebrüder Bredenoll mit 3 Stunden

24 Stunden

Diese Schöpfberechtigung resp. die einzelne Stundenzeit rührt her:

An diesen Brunnen berechtigt:

  • 1. Die Leck-Hütte mit 2 Antheilen a 6 Stunde =12 Stunden

besitzt die Frau von Papen

  • 2. Die Bredenolls Hütte mit 2 Antheilen

von diesen besitzt der Graf von Landsberg

Bredenolls West mit 1 Antheil                            = ( 6 Stunden)

Bredenolls Ost mit ½ Antheil                                 = ( 3 Stunden)

9 Stunden

und die Gebrüder Bredenoll

Bredenoll Ost mit ½ Antheil                                          = 3 Stunden

24 Stunden

  • B. Mittelbrunnen

1.Der Herr Graf von Landsberg mit         16     Stunden täglich

  • 2. Die Frau von Papen mit 3 Stunden
  • 3. Die Gebrüder Bredenoll mit 2 ½ Stunden
  • 4. Der Erbsälzer Löper mit 2 ½ Stunden

24       Stunden

Diese verschiedene Stundenberechtigung beruht auf folgendem:

An diesem Brunnen sind schöpfberechtigt:

  • 1. Korffs Hütte mit 1 Antheil à 3 Stunden
  • 2. Bücks Hütte mit 1 „ à 3 „
  • 3. Craes Hütte mit 2 „ à 6 „
  • 4. Becks Hütte

Ost Hütte mit               1     „                     à  3    „

West Hütte mit            1/3  „                      à  1   „

16 Stunden

Diese Antheile besitzt der Herr Graf von Landsberg, mit 16

Stunden. Ferner sind berechtigt:

Die Gebrüder Bredenoll an

  • 5. Becks West mit 2/3 Antheil à 2 Stunden
  • 6. Doctors Hütte und zwar

von Papen Doctors West mit 1 Antheil       à 3 Stunden

Doctors Ost

Erbsälzer Löper mit 5/6 Antheil                  à 2 ½ Stunden

Gebrüder Bredenoll mit 1/6 Antheil            à     ½ Stunden.

24 Stunden

 

  • C. Kappelbrunnen

An diesem Brunnen sind nur folgende drei Interessenten

  • 1. Der Herr Graf von Landsberg [Clemens Brexel für den selben; Einschub!]
  • 2. Die Erben Jesse
  • 3. Der Fiscus

und zwar mit 8 Stunden schöpfberechtigt.

 

Seitdem im Jahre 1820 der Kappelbrunnen mit Pumpen und einer Tretradskunst versehen worden ist, hat sich durch die Erfahrung herausgestellt, daß derselbe durchschnittlich durch 9-stündige Förderung mit dem Tretrade zu Sumpfe gehalten werden kann.

Da jedoch die Quelle das ganze Jahr hindurch nicht gleich ergiebig ist, und auch zu Ende der Schöpfzeit eine mindere Qualität Soole zu Tage gefördert wird als zu Anfang, derjenige der Interessenten also, welcher die letzten Schöpfstunden am Tage erfüllt, Nachtheil haben muß, so wurde unter den betheiligten Interessenten festgesetzt:

  • 1. Jeder der Interessenten bekommt täglich 3 Förderstunden.
  • 2. Die Wechselung der Förderungsstunden geschieht wöchentlich, und zwar so, daß der, welcher in der ersten Woche die ersten Stunden hatte, in der zweiten Woche die zweiten und in der dritten Woche die dritten Förderungsstunden erhält.

 

Eine gemeinschaftliche Verwaltung der Saline findet wie bereits vorgetragen nicht statt, sondern die Antheile werden theils von den betheidigten Interessenten selbst, theils durch Verwalter versehen.

Wie bereits erwähnt, ist der Herr Graf von Landsberg auf der hiesigen Saline Westernkotten mit 6  5/6 Antheile betheiligt, und von demselben 1 Antheil in Pacht genommen.

Behufs der Salzfabrikation für diese Antheile sind vorhanden:

  • 1. Vier Gradierhäuser, welche durch eine Dampfmaschine und resp. Roßkunst belegt werden.
  • 2. Reservoire für Roh-, Mittel- und Siede-Soole.
  • 3. Vier Siede-Kothen nebst Kohlenlagern.

Die Einrichtung dieser Salinen Antheile von Förderung der Rohsoole bis einschließlich der Salzfabrikation möglichst vollständig darzustellen, erlaube ich mir folgendes vorzutragen.

 

Gewinnung der Rohsoole

Die Rohsoole wird aus drei Brunnen,

  • 1. dem Windmühlenbrunnen mit einer täglichen Schöpfzeit von 9 Stunden,
  • 2. dem Mittelbrunnen mit einer Schöpfzeit von täglich 16 Stunden,
  • 3. dem Kappler Brunnen mit einer täglichen Schöpfzeit von 3 Stunden

 

zu Tage gefördert und sammelt sich selber in einem circa 10 Fuß langen, 2 resp.

2 ¼ Fuß hohen, hinter dem Mittelbrunnen sich befindlichen Kasten, aus welchem selbe mittels Rohrleitung dem Reservoir unter dem großen Gradierhause zugeführt wird.

 

Gradierung

Auf gedachter Saline befindet sich die gewöhnliche Tröpfelgradierung mittels Dornenwänden.

Dieselbe besteht im allgemeinen darin, daß die Rohsoole oben auf die Gradierung befördert wird und man selbe sodann durch die Dornenwand herab tröpfeln läßt.

Zu diesem Zwecke sind mit Ausnahme eines Gradierhauses [das mit den s.g.Brande umbauten] die Gradierungsgebäude in folgender Art eingerichtet.

Auf jeder Dornwand befindet sich ein 1 ½ Fuß hoher und ebenso breiter Trog aus Holz und zwar längs der ganzen Dornwand hin. In diesen Trog wird die Rohsoole mittels Roßkunst oder Dampfmaschine befördert. An dem Trog befinden sich 2 bis 2  ½ Fuß von einander entfernt, holzerne Krahne, und unter diesen liegen die s.g. Tröpfeltröge, in denen durch die Krahne die Soole gelassen und aus diesen die Dornwand belegt wird.

Da es bei der Salzfabrikation hauptsächlich darauf ankommt, daß man eine möglichst hohe prozenthaltige Soole erzielt, weil hierdurch einestheils das Sieden, und Soggen, anderentheils ein geringerer Bedarf von Brennmaterial erforderlich ist, diese höher prozenthaltige Soole aber, wie bekannt, einzig nur durch Gradierung zu gewinnen ist, so ist das erste und Nothwendigste Erfordernis, daß man vorzüglich für eine gute und zweckmäßig eingerichtete Gradierung Sorge trägt.

Indem nun mit einem höheren oder geringeren Prozentgehalt der zu gradierenden Soole, die Temperatur den größten Einfluß ausübt, so muß man vorzüglich auf diese bei der Gradierung Rücksicht nehmen.

Man muß z.B. bei Ost- und Südost-Winde, welches die besten Zehrwinde sind, die Dornwand, welche von diesen Winden bestrichen werden, stark belegen; da andererseits bei den minderstarken Zehrwinden die Gradierung nur wenig stark zu belegen sein wird.

Ebenfalls von großem Einfluß, einen höheren Salz-Soolen-Prozentgehalt zu erhalten, ist, daß man stets darauf sein Augenmerk richtet, daß die Wände soviel als immer möglich ist, nie irgendwo trocken stehen, sondern stets und überall von der herabtröpfelnden Soole benetzt werden. Dieserhalb ist es daher denn auch erforderlich, daß der oben sich befindende Soolkasten natürlich stets mit Soole angefüllt, so auf resp. über der Dornwand angebracht ist, daß die aus den Tröpfeltrögen tröpfelnde Soole gleich und unmittelbar die Dornwand belegen und nicht erst vorher auf irgendeinen anderen Gegenstand, zum Beispiel einem Querbalken oder dgl. fließen und von dort erst zum Belegen der Dornwand gelangt.

Auch nicht außer Acht darf man die Krahnen, so wie auch nicht die Tröpfeltröge lassen. Beide Gegenstände müssen häufig nachgesehen und die Krahne oft gereinigt werden.

 

Gradiergebäude

Die Gradiergebäude selbst, so sind, wie angegeben, deren vier und zwar

  • 1. Das große Gradierhaus

40 Fuß    hoch

20 Fuß    breit

300 Fuß   lang,

an der westlichen Seite des Dorfes Westernkotten belegen, Ost-West

aufgeführt, eine einfache Flächengradierung mit zwei Wänden.

An der nördlichen Seite derselben befindet sich eine Roßkunst, welche jetzt

außer Gebrauch ist, und nur dann zur Belegung der Gradierung benutzt wird,

wenn die jetzt dazu bestimmte Dampfmaschine in Reparatur sich befindet.

Diese Dampfmaschine von vier Pferdekraft, horizontal wirkend, befindet sich in

dem, an der westlichen Seite der großen Gradierung anbauten Gebäude von

26 Fuß  Länge

24 Fuß  Breite

10 Fuß  Höhe

und dient selber zur Belegung dieser sowie

  • 2. Neuen Gradierung, erbaut auf der s. g. Salzbrede, nördlich von der großen Gradierung belegen. Sie ist Süd-Nord aufgeführt und eine einwändige Cubische Gradierung.

Dieselbe ist

40 Fuß breit (inclus. dem Reservoir)

36 Fuß hoch

100 Fuß lang.

Die Einrichtung dieses Gradierhauses ist:

Oben, der ganzen Dornwand entlang, befindet sich ein circa 4 Fuß hoher und 3

Fuß breiter Kasten, in welchen mittels eines Steigrohrs die Rohsoole geführt

wird. Mit diesem Kasten parallel, jedoch mehr den Wänden zu, läuft auf jeder

Seite ein Rohr, welches durch ein Querrohr mit dem erwähnten Kasten in

Verbindung steht, so daß die Soole aus dem Kasten in die Rohre laufen kann.

In diesem Rohren befinden sich die Krahne, aus denen dann die Soole in die

Tröpfeltröge fließt und so die Gradierung belegt.

Es ist bei diesem Gradierhause auch ein sog. Geschwindsteller angebracht.

Dieses besteht darin, daß das Verbindungsrohr des Kastens mit dem

Krahenrohr mittels eines Pflocks zugestopft wird, demzufolge die sämmtlichen

Krahne der zugestopften Seiten zu laufen aufhören, und beim Öffnen des

Geschwindstellers alle Krahne der geöffneten Seite zu laufen beginnen.

Der Vortheil einer solchen Einrichtung besteht darin, daß an der

schlechtgradierenden Seite nicht so viel Soole verloren geht als wenn die

Krahne einzeln zugedreht werden müßten; an der gutgradierenden Seite die

Belegung der Gradierwand dagegen rascher im Ganzen bewirkt wird, als wenn

jeder einzeln Krahn aufgedreht werden muß.

  • 3. Das kleine Gradierhaus,

in Westernkotten selbst belegen. Dasselbe ist Süd-Nord aufgeführt und eine

einfache Flächengradierung mit zwei Wänden.

Dasselbe ist

36 Fuß breit (inclus. dem Reservoir)

40 Fuß hoch

80 Fuß lang.

An der nördlichen Seite dieser Gradierung befinden sich zwei Roßkünste, von

denen die eine zur Belegung dieser, sowie der nächstfolgenden Gradierung die

zweite zur Hebung der Siedesoole in den Siedesoolkasten, welcher sich in der

Mitte dieser Gradierung befindet, dient.

  • 4. In Verlängerung des oben erwähnten Gradierhauses befindet sich ebenfalls eine Gradierung, Süd-Nord aufgeführt.

Sie ist eine einwändig Cubische

und

15 Fuß breit (inclus. dem Reservoir)

60 Fuß lang

36 Fuß hoch.

Die Einrichtung der Sub No.1, 3 und 4 aufgeführten Gradierhäuser ist die

bereits früher erwähnte.

Ebenfalls zur selben Gradierung gehörig ist die, neben dem Gradierhause No.3

sich befindende Sonnengradierung von

100 Fuß Länge

24 Fuß Breite

zu erwähnen.

Dieselbe ist von Brettern als Pritschen-Gradierung eingerichtet, Süd-Nord

laufend, nach Osten 2 Fuß, nach Westen 6 Fuß hoch.

Unter derselben befindet sich ein 8 Fuß tiefes Reservoir.

 

Wie schon früher erwähnt sammelt sich sämmtliche für die Antheile des Herrn Grafen von Landsberg zu Tage geförderte Soole, in dem hinter dem Mittelbrunnen sich befindlichen Kasten. Aus diesem wird mittels Rohrleitung, welche durch die s.g. Halle, über den Holzplatz, neben dem kleinen Gradierhause vorbei, gehen, die Rohsoole in das, unter dem großen Gradierhause sich befindliche Reservoir, geführt.

Aus diesem Rohsoolen-Reservoir geht die Soole in den Sumpf der Dampfmaschine und wird dann mittels der Dampfmaschine durch die, hinter derselben an dem großen Gradierbau sich befindlichen Steigrohr, oben aufs große Gradierhaus befördert. Diese aufs Gradierhaus gehobene Soole, dient, theils zur Belegung des großen Gradierhauses, theils aber wird sie mittels eines Fallrohres zur Branden-Gradierung geführt und zur Belegung der Gradierung benutzt.

Aus dem unter der Branden-Gradierung sich befindlichen Reservoir kann die gefallene Soole abermals zum Sumpfe der Dampfmaschine, und zwar abgesondert von der Roh-Soole geführt, aufs große Gradierhaus gehoben und zurück auf dem Brande, zum abermaligen und wenn es erforderlich ist und zur weiteren Belegung der Gradierung befördert werden.

Eben dieselbe Einrichtung findet sich auf dem großen Gradierbau. Dieselbe ist in zwei Fälle eingetheilt, und kann von jedem Fall die Soole zum Sumpfe der Dampfmaschine zurück und zur ferneren Belegung auf die Gradierung befördert werden.

Die nun bereits auf den erwähnten Gradierbauten gefallene Soole wird von dem großen Gradierhause aus theils in das Reservoir der Sonnengradierung, theils in das unter dem s. g. kleinen Gradierhaus sich befindliche Siedereservoir geschickt.

In das letztere Reservoir nur dann, wenn die Soole auf den durchgemachten Fällen bereits die Siedeprozente oder darüber erreicht hat.

Ist diese Prozenthöhe noch nicht erreicht, so geht die Soole ins Reservoir der Sonnengradierung und wird aus diesem zum Sumpfe unter der Roßkunst geführt und mittels der Roßkunst zur Belegung der beiden erwähnten Gradierhäuser No.3 und 4, gehoben.

Auch die von diesen Gradierungen gefallene Soole, kann so oft es erforderlich ist, wieder zur Belegung der Gradierung gehoben werden.

Hat nun die Soole die Siedeprozente erreicht, so wird selbe ins Siedereservoir geführt.

Hat die Soole noch nicht die gewünschte Prozenthöhe erreicht und ist auch keine Hoffnung vorhanden, daß sie bei vorliegenden Umständen durch eine nochmalige Gradierung die erforderlichen Prozente erlange, so wird selbe in das, unter dem Sub No.4 aufgeführten Gradierhause sich befindliche Reservoir gelassen und für bessere Witterung aufbewahrt.

Mittels der, bei dem kleinen Gradierhause, befindlichen zweiten Roßkunst, welche durch dasselbe Pferd der ersten Roßkunst, wenn es erforderlich ist, getrieben wird, wird die Siedesoole aus dem Siedesoolen-Reservoir in den Siedesoolekasten gehoben, und werden aus diesem die Pfannen gefüllt. Es kann auch mit der ersten Roßkunst, welche hauptsächlich jedoch zur Belegung der Gradierungen benutzt wird, wenn es erforderlich ist, die Siedesoole aus dem Siedesoolenreservoir in den Siedesoolenkasten gehoben werden.

 

Siedung

Rücksichtlich der, wie bereits angegeben, auf der Saline Westernkotten früher sich befindlichen Siedehütten, ist eine bedeutende Veränderung vorgegangen.

Die früheren Besitzer der einzelnen Pfannen, habe ihre Antheile veräußert oder selbe anderen zu Erbengerecht übertragen.

Die früher in sämmtlichen Hütten vorhandenen kleinen Pfannen (Pfannen am Ost- und Pfannen am West-Ende) sind in Große umgewandelt, die früher vorhandenen eigenen Brottel- oder Soggenpfannen sind mit Ausnahme in der von Papenschen Hütte ganz abgeschafft worden, und es wird jetzt in denselben großen Pfannen, in

welchen gesiedet wird, auch gesotten.

Ebenfalls abgeschafft ist die Bördenfeuerung, und alle Pfannen sind so eingerichtet worden, daß mit Steinkohle sowohl gesiedet als gesotten wird.

Die gegenwärtig auf der Saline vorhandenen Siedekothen sind:

 

  • 1. drei Gräflich von Landsbergische
  • 2. die Brexelsche (angepachtet von Landsberg)
  • 3. die von Papensche
  • 4. die Jessesche
  • 5. die Bredenollsche
  • 6. die Löpersche
  • 7. die Königliche.

Für die dem Herrn Grafen von Landsberg zustehenden Antheile sind gegenwärtig also drei und die angepachtete Brexelsche Pfanne in Benutzung.

Die früheren Benennungen Craes-, Bücks- und Bredenolls-Hütte sind weggefallen und dafür

Bredenolls Hütte mit Hütte No. II

Bücks Hütte mit Hütte No. III

Craes Hütte mit Hütte No.IV

Brexels Hütte mit Hütte No. I

bezeichnet.

Die Acquisition der dem Herrn Grafen zustehenden Antheile erlangend, so wurden,

  • 1. Von No.II, der früheren Bredenolls Hütte, im Jahre 1778 den 23ten October von Se. Exzelenz Clemens August von Landsberg das West-Ende übernommen. Es waren an diesem Ende betheiligt die Wittwe Joseph Bernhard Hense zu 2/3 und der Gerichtsschreiber Memmering zu 1/3. Das Ost-End gedachter Hütte, an welcher der Reichsfreyherr Engelbert von Landsberg zu ½ früher betheiligt schien, wurde im Jahre 1779 angenommen.
  • 2. No.III die frühere Bücks-Hütte, so ist laut Erbmeyer-Brief durch Datum Eringerfeld vom 16ten Ocotber 1779 Se. Exzelenz dem Geheimen Rath Clemens August von Landsberg, von den Freyherrn Franz von Hoerde, der demselben zustehende Antheil dieser Hütte; und gemäß Erbmeyer-Brief Schwarzenraben durch Datum vom 14ten October 1781 der dem Freyherrn Friedrich Ferdinand von Hoerde zustehende Antheil derselben Hütte zu Erbmeyerrecht übertragen. Im Jahre 1786 erhielt der Reichsfreyherr Paul Joseph von Landsberg laut Erbmeyer-Brief vom 25ten April von dem Geh. Rath und Regierungs-Präsident Theod. Werner von Bocholz auch dem diesen zustehenden Antheil zu Erbmeyerrecht.
  • 3. No.IV, die frühere Craes-Hütte, wurde laut Erbmeyer-Brief durch Datum vom 24ten Februar 1778 von dem Churfürstlichen Geheimen Rath Clemens von Landsberg von dem Freyherrn von Schade zu Antfeld zu Erbmeyerrecht übernommen.
  • 4. Korffs-Hütte die jetzige s.g. alte Hütte, erhielt Se.Exzelenz der Geh.Rath Clemens August von Landsberg laut Erbmeyerbrief durch Datum Harkotten den 23ten September 1779 von dem Burgherrn Carl von Korff zu Erbengerecht.
  • 5. Becks-Hütte, welche neben No. IV stand, wurde im Jahre 1776 am 15. Februar von Se. Exzellenz dem Geh. Rath Reichsfreiherrn Clemens August von Landsberg angenommen.
  • 6. No.I Brexels Hütte ist angepachtet.

 

In einem jeden der vier Siedehäuser befindet sich nun eine Pfanne, zugleich Siede- und Soggepfanne.

Die Größe der Pfannen ist verschieden.

Es ist

Hütte      Länge Breite Höhe    Ertrag

No.    F   z    F   z   F   z     Tonnen

I       45   –    27 –    –    20   106

II      52  –     26 –    –    21   111

III     26  9    21 3   –     21    54

IV     31  –     21 –    –    16     51

 

Was die Einrichtung und die Bestandtheile der Pfanne betrifft, so ist darüber folgendes anzuführen:

Die Böden der Pfannen bestehen aus eisernen Blechtafeln und die Borden theils aus guseisernen Stücken, theils aus geschlagenen Eisen. Guseiserne Borden befinden sich in No. …[keine Nennung]

Borden von geschlagenem Eisen in No… [keine Nennung].

Eine jeden Bodentafel enthält 45 Stück Niethe, mit welchen sie verbunden werden.

Dieses aneinander resp. übereinander Nieten der Bodentafeln geschieht in den Pfannen selbst, und zwar in folgender Art:

Die Niethe werden kalt von unten nach Oben heraufgetrieben, durch den s.g. Pfannenamboß, oder die Pfannenwinde angehalten und von oben her der zweite Niethkopf gehämmert. Die gußeisernen Bodenstücke werden mit 8 Schrauben und der s.g. Lasche, durch welche die Schrauben gehen, verbunden.

Jede der erwähnten Pfannen wird durch zwei Herde gefeuert, und befinden sich unter jedem Feuer 14 Stück Kopftheile von circa 4 Fuß Länge, welche ½ Zoll auseinander entfernt liegen.

Die Länge der Feuerstellen beträgt fast 6 Fuß. Die Feuerstellen liegen circa 5 Fuß auseinander.

Der Pfannenboden befindet sich 1 ½ Fuß über dem Kasten und sind die Feuerstellen durch eiserne Thüren verschlossen.

Die beste Art Thüren sind die gemuldeten, welche sich in No. I und II vorfinden. Dieselben sind so angebracht, daß die Wölbung nach außen geht, hierdurch wird verhütet, daß durch die fortwährende Feuerung die Thür sich nicht ziehen

kann und somit der feste Schloß verloren geht.

Unter den Feuerstellen gehen bei No. I und II fünf Fuß hohe und sechs Fuß breite Windzüge, welche an beiden Seiten mit Thüren versehen sind, welche letzteren den Umständen gemäß mehr oder weniger geöffnet werden, je nachdem, wie Luft auf das Feuer einwirken soll.

Bei den Hütten No. III und IV gehen diese Windzüge nicht unter den Feuerstellen her, sondern befinden sich selbe den Feuerheerden gegenüber.

Die Pfannen selbst stehen auf den Seiten-Mauern und auf den Mauern der unter den Pfannen hergehenden Circulier-Zügen; außerdem sind noch hin und wieder zur besseren Festigkeit der Pfannen steinerne Pfeiler angebracht.

Ist die Hitze durch die Circulierzüge paßiert, so geht dieselbe in die Trockenöfen der Trockenkammern und der Magazine.

Über den Pfannen befindet sich der Schwatenfang, der mittels eines Hängewerks mantelartig über dieselbe hängt. Dieser Schwatenfang bedeckt die ganze Pfanne. Eine Ausnahme davon macht die Hütte No. III, in welcher die Seitenklappen fehlen.

Diese Schwatenfänge vereinigen sich oben bis zu einer Entfernung von 6 bis 7 Fuß, gehen so zum Dach hinaus und sind mit einem Helme bedeckt.

Bei jeder Pfanne befindet sich ein Magazin und vor demselben die s.g. Wiegekammer. In den Hütten I und II sind auch noch Trockenkammern.

 

Das Sieden

Der Gang des Siedens ist folgender: Die Pfanne wird voll Siedesoole gelassen und die Feuer angezündet. Durch die starke und anhaltende Feuerung kommt die Soole ins Kochen oder Sieden. Diese Feuerung wird fortgesetzt, und ist die Soole gar, so ist die Pfanne natürlich nicht mehr voll; es wird daher zu der gaaren Soole so viel neue, kalte Soole hinzugelassen, dass die Pfanne wieder ganz voll wird, oder es wird, wie es heißt, der erste Nachschlag oder das erste Nachwasser genommen. Mit diesem Nachwasser wird so lange fortgefahren, bis die Pfanne ganz voll gaarer Soole ist.

Es ist dieserhalb zwei, drei und oft noch mehrere mal Nachwasser erforderlich, und zwar, je geringer der Prozentgehalt der Siedesoole ist, je mehr Nachwasser ist erforderlich., um eine ganz volle gaare Pfanne zu bekommen, in dem dann mehr wilde Wassertheile vorhanden sind.

Dass und wann die Soole gaar ist, erkennt man daran, daß sie sich kleine Salzkrystalle auf der Oberfläche bilden und überhaupt, daß die Soole weisslichen Schein annimmt.

Ist nun die Pfanne voll gaar, so beginnt das Soggen oder Brodden, d.h. die beim Sieden starke Feuerung hört auf und ein schwächeres milderes Feuer beginnt.

Zur Förderung der Krystallisation werden einige kleine Bündelchen Erlenholz-Rinde in die Pfanne geworfen. Bevor jedoch das Soggen beginnt, muß die Pfanne ausgekrückt oder gereinigt werden. Hierzu bedient man sich der s.g. Krücken, einer langen Stange, an deren Ende ein kleines Brett schräg befestigt ist.

Mit diesen Krücken fährt man in die Pfanne und zieht den auf den Pfannenboden niedergefallenen Schlamm zunächst an die Borden, und schöpft demnächst denselben aus der Pfanne.

Hat sich nun das Salz bis zur oberen Fläche der Soole angefüllt, so daß die Salzkrystalle nicht mehr niedersinken können, so wird der erste Auszug gemacht.

Das Salz wird  nämlich zuvorderst an die Borden gezogen, damit es abläuft. Ist das Ablaufen ziemlich geschehen, so wird es in die Salzkörbe geschlagen; das trockene, ausgeschlagene Salz wird sofort ins Magazin ausgeschüttet, das übrige, noch nicht trockene, in den Salzkörben auf die Trockenkammer oder neben den Pfannen aufgestellt, damit es dort noch so viel wie möglich abtrocknet.

Mit der in der Pfanne noch übrig gebliebenen Soole wird das Brodden fortgesetzt, das Salz zum zweiten und zum dritten male auf dieselbe Art wie beim ersten Auszuge, ausgezogen, und so das Werk vollendet.

Ist das Werk vollendet, so wird die zurückgebliebene Mutterlauge, insofern sie benutzt wird, ausgeschöpft, der unbrauchbare Rest ausgegossen und die Pfanne ausgepumpt und ausgeklopft.

Dieses Auspumpen besteht darin, daß ein Feuer durch Börden usw. auf dem Feuerheerd angelegt wird, durch dieses Feuer springt der sich auf dem Pfannenboden festgesetzte Pfannenstein, los. Wo derselbe zu fest sitzt, wird  solcher mit einem Hammer losgeschlagen.

Ist die Pfanne auf diese Art vom Pfannenstein befreit, so wird dieselbe gereinigt und ein neues Werk begonnen.

 

Das Einschütten des Salzes in die betreffenden Magazine geschieht unter Aufsicht des Königlichen Aufsehers und des gewerkschaftlichen Salzwiegers.

Die Magazine selbst stehen unter doppeltem Verschluß des Interessenten und des Aufsehers und kann das Salz nur unter Aufsicht des Aufsehers und Salzwiegers und nur auf einen von der Königlichen Factorei ausgestellten Wiegeschein verwogen und verabfolgt werden.

Laut des Salzlieferungsvertrages de dato Münster am 24ten Juny 1836 ist das gewöhnliche Lieferungs-Quantum für die Saline 650 Last oder 6500 Tonnen.

Von diesem gewöhnlichen Quantum sind Seitens des Herrn Grafen von Landsberg zu liefern 3495 Tonnen 511 1/9 Pfund, die Tonne zu 400 Pfund gerechnet.

Nach diesem Contrakt, welcher von 1836 bis 1850 inclus. abgeschlossen worden, erhalten die Interessenten der Saline pro Last Vierzig Reichsthaler.

Außer diesem gewöhnlichen oder Haupt-Quantum wird den Interessenten noch ein Mehr-Quantum zum Preise pro Last Vier und Zwanzig Reichsthaler abgenommen.

Dieses Mehr-Quantum beträgt 250 Last oder 2500 Tonnen.

Von diesem letzten Quantum muß von dem Gräflich von Landsbergischen Antheil geliefert werden 1344 Tonnen 288  8/9Pfund, die Tonne zu 400 Pfund.

Es müßten somit im Ganzen von dem Gräflich von Landsbergischen Antheil 4841 Tonnen à 400 Pfund oder 1 936 400 Pfund geliefert werden.

Ignatz Köhler

 

 


[1] So von

– Heinz-Josef Sprengkamp: Vom Salz zur Sole. Anmerkungen zur Gründung und Etablierung des Westernkottener Solbades (1992)

– Wolfgang Marcus: Westernkötter Salz – Anlass zum Schmuggeln in Versmold (1997); Die Erbsälzerfamilie Löper in Westernkotten (1997); Die Saline Westernkotten im Jahre 1893 (1998); Transportwege für Salz und Rohstoffe der Saline Westernkotten (1999); Salzdiebstähle in Westernkotten (2003); Geschichte der Erbsälzerfamilien (2006)

– Peter Piasecki: Erste schriftliche Erwähnung der Salzindustrie in Westernkotten (2000)

– Dr. Kurt Vogel: Salzwassergewinnung in Bad Westernkotten (2001)

[2] Das handschriftliche Original befindet sich im Stadtarchiv Erwitte, Depositum 2 – Nachlass Heinrich Eickmann – Nr. 32. Es wurde im  Januar 1998 von Bernd Funck, Albert Richter und mir transkribiert.

[3] In kleineren Teilen ist der Text bereits in dem Buch „Bad Westernkotten. Altes Sälzerdorf am Hellweg“, Lippstadt 1987, und in „Bad Westernkotten. Ein Heimatbuch“, Lippstadt 1958, ausgewertet worden. Hier folgt die Originalschrift ohne Kürzungen und Veränderungen.