Teimann 25 Jahre HST 1981-2006

1981 – 2006: 25 Jahre Hellweg-Sole-Thermen – Grußwort von Egbert Teimann, dem stellvertretenden Vorsitzender des Aufsichtsrates Bäder-Holding Westfälisches Gesundheitszentrum

Von Seiten des Westfälischen Gesundheitszentrums darf ich Ihnen einen herzlichen Willkommensgruß entbieten.  Gleichzeitig übermittle ich Ihnen die Glückwünsche des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung.

Wenn jemand Jubiläen feiert, dann ist das zumeist Anlass die zurückliegenden Jahre Revue passieren zu lassen. Davon möchte ich aber absehen! In diesem Falle – 25 Jahre Hellweg Sole-Thermen Bad Westernkotten sowie 25 Jahre staatliche Anerkennung der Heilquellen „Westernkotter Warte“ und „Westernfelder Solequellen“ – sollten wir unseren Blick nach vorn richten, um gemeinsam Erreichtes künftig zu sichern und Neues anzupacken, um die Standorte zu sichern.

Wer aber Zukunft gestalten will, der muss auf der einen Seite Realist sein, auf der anderen Seite gleichzeitig auch Visionen habe. Ich denke: Der Zusammenschluss der 3 Kurorte Bad Westernkotten, Bad Waldliesborn und Bad Sassendorf zur Bäder-Holding macht deutlich, dass hier der richtige Weg beschritten worden ist.

Und die Präambel des Gesellschaftervertrages unseres Westfälischen Gesundheitszentrums sagt deutlich aus, worum es geht: „Die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen haben sich insbesondere für den Rehabilitationsbereich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert“. Um den Erhalt der Heilbadgesellschaften und deren Einrichtungen im Kreis Soest nachhaltig zu sichern, gründeten der Kreis Soest, die Städte Erwitte und Lippstadt und die Gemeinde Bad Sassendorf diese Holding.

Gerade aufgrund der Gesundheitsreformen der letzten Jahre –  Sie alle wissen und können es täglich aus den Medien erfahren, dass diese Reform viel diskutiert wird noch lange nicht an ihrem Zielpunkt angelangt ist und auch aufgrund der äußeren Rahmenbedingungen ist es notwendig, alle Kräfte zu bündeln und gemeinsam diese Vision Schritt für Schritt strategisch zu verfolgen.

Und diese Vision in der Bäder-Holding ist klar und deutlich:

•1.         dieses Westfälische Bäder-Dreieck zu einem Qualitäts-Standort und Kompetenzzentrum erster Güte zu machen,

•2.         es somit für die Rehabilitation, für Gesundheit und Wellness für Patienten, Kunden und Versicherungsträger unverzichtbar zu machen und

•3.         somit in den Standorten Hunderte und gar Aber-Hunderte  von direkten und Tausende von indirekten Arbeitsplätzen nachhaltig zu sichern.

 

Meine Damen und Herren, Gesundheit als höchstes erhaltenswertes Gut steht nicht nur auf der persönlichen Werteskala jedes Einzelnen an erster Stelle, sondern stellt gerade in der heutigen Zeit einen fundamentalen wirtschafts-, sozial- und arbeitsmarktpolitischen Faktor dar.

Das vor allem auch unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung und den daraus folgenden Konsequenzen: Die Menschen leben länger, es gibt längere Lebensarbeitszeiten uvm.  Im Jahre 2040 wird jeder Dritte Deutsche 60 Jahre und älter sein.

Daraus entwickeln sich neue Bedürfnisse. Und es stellt sich für mich glasklar die Frage, ob der Begriff der Kur nicht wieder in die Sozialgesetzgebung einzufügen ist. Dass dieser Begriff seinerzeit gestrichen worden ist, hat verheerende Auswirkungen für die Kurorte und Heilbäder:

  • – Es kommt zu kürzeren Verweildauern – trotz steigender Ankünfte.
  • – Geradezu drastisch sind die Rückläufe im Bereich der ambulanten Vorsorgemaßnahmen (früher „ambulante Kur“). Seit 1988 sanken die Fallzahlen von 800 000 auf knapp 120 000.
  • – Künftig neue Gesundheitsreform: Ortsgebundene Heilmittel können nicht mehr über Rezept abgerechnet werden!
  • – Verschärft wird diese Entwicklung derzeit zusätzlich durch die Vermarktung von Kuren im EU-Ausland durch die Krankenkassen – dieses übrigens bei nicht vergleichbarer Qualität zu deutschen Anbietern.

 

Zum letztgenannten Aspekt kann man nur sagen: Diese Begünstigung der anderen, ist zweifellos eine Schwächung der eigenen, nationalen Ressourcen.

Das kommt einer gravierenden Gefährdung unserer Standorte und damit im ökonomischen Sinne einer Gefährdung unserer Regionen gleich.

Umgekehrt denken die Sozialversicherungen anderer EU-Länder gar nicht daran, ihre Versicherten solche Brücken zu bauen und sie nach Deutschland zu überweisen.

Sie unterstützen vielmehr die Einrichtungen ihrer Länder.

Hier müssen wir wachsam sein. Wir müssen und werden diesem Trend mit Qualität begegnen.

Wir werden dabei den Megatrend Gesundheit aufgreifen und uns dem Wettbewerb stellen – Denn nur der Beste wird sich in der Zukunft durchsetzen! Gesundheit ist im Übrigen vor allem im Alter der Schlüssel zu mehr Lebensqualität.

Es war also ebenso richtig wie notwendig, hier mit der Gründung der Bäder-Holding  Westfälisches Gesundheitszentrum ein Signal zu setzen. Ein Zeichen für qualitativ hochwertige medizinische und therapeutische Leistung.

Ich bin überzeugt: Mit unserem Innovationspotenzial werden  wir die Zukunft der 3 Bäder-Standorte Bad Westernkotten, Bad Waldliesborn und Bad Sassendorf nachhaltig sichern.

Da kommt ein Jubiläum – wie heute das 25jährige Bestehen der Hellweg-Sole-Therme Bad Westernkotten – gerade richtig. Man sieht: Wir sind in der Lage, Tradition mit Moderne zu verknüpfen. Und das soll auch künftig allen Patienten, Gästen und Besuchern der drei Heilbäder auf überzeugender Weise vermittelt werden und ihnen zugute kommen.

Ein Grußwort, meine Damen und Herren, soll ja in der gebotenen Kürze gesprochen werden. Deshalb komme ich zum Schluss:

Ich sage noch einmal: Herzlichen Glückwunsch dem Sole-Thermalbad und allen Verantwortlichen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu 25 erfolgreichen Jahren! Und Ihnen, meine Damen und Herrn, empfehle ich: Genießen Sie den Tag in einem der schönsten Orte der Region – hier in Bad Westernkotten!