Alte Hausnummern

Alte Hausnummern in Westernkotten

Von Wolfgang Marcus, Bad Westernkotten

Für die Familien- und Hausstättenforschung sind Hausnummern oft ein wichtiger Baustein. Deshalb nachfolgend dazu einige Ausführungen.

Die ersten Hausnummern von 1772

Hausnummern wurden in Westernkotten erstmals im Jahre 1772 eingeführt, als eine Brandschutzversicherungspflicht im Herzogtum Westfalen für alle Hauseigentümer verbindlich wurde [vgl. dazu: Schulte Beerbühl, Hubert, Eikeloh. Ein Dorf am Hellweg 836-1986, Münster: Selbstverlag des Verfassers, 1985.]

Nr. 1 – Nr. 50

Die alten Nummern begannen bei Westerfeld-Ollebiuern (Nr. 1), gingen über den Schäferkamp zunächst die Schützenstraße nach Süden, dann an der Ostseite des Hockelheimer Weges bis Deimel-Steinhögger, dann an der Westseite bis Koppmeier und Niggenaber-Pücher (heute Holzweg 1) zu Adämmer-Wiese (Nr. 18, heute Aspenstraße 48)), dann kam der Domhof (Nr. 19) und dann ging es über die Westseite der Aspenstraße ins Dorf (die heutige Apotheke hatte Nr. 38). Dann ging die Numerierung zum Westerntor bis Jütte-Stöffler (heute Westerntor 2, damals Nr. 41) und entlang der Westseite der Weringhauser Straße bis zum Weringhoff (Nr. 50 = Kurhaus, Nr. 53 = Weringhoff).

Nr. 51- Nr. 150

Nr. 54 war Eickmann (heute LVM), Nr. 58 war das frühere Haus Markoni, heute Weringhauser Straße 6. Als nächstes kam die Salzstraße (Nr. 59-66), dann die Stadtgasse (bis Nr. 70). Dann ging es an der westlichen Seite der Nordstraße weiter, über die Antoniusstraße (Michels = 74) bis Schütte-Plösger (Nr. 75) an der heutigen Osterbachstraße. Dann zurück an der östlichen Nordstraße (Koch, Nordstraße 10, hatte Nr. Nr. 76) und durch die Leckhausstraße, die nur an der Nordseite Häuser hatte. Über Wieneke-Falhuis ging es in die Straße Zur Landwehr (bis Nr. 97), dann über die östliche Seite der Osterbachstraße bis zur Bruchstraße. In der Bruchstraße wurde zuerst bis Jesse (Nr. 119) die nördliche Wohnzeile gezählt, dann die Südseite einschließlich Fürst-Ferdinand-Straße und Am Feuerteich zurück (Nr. 125= Bäckerei Johannknecht). Dann folgte die Numerierung der Wolfsangel und der Bredenollgasse (Schröer-Majannen = 148).

Nr. 151 – Nr. 248

Über die Schützenstraße ging es an die Ostseite der Aspenstraße und die Südseite der Osterbachstraße bis Köneke-Thiele (Nr. 179). Dann folgen die Vikarie (180/181), die Nordseite der Osterbachstraße (182 = Schrewe-Kürling), der Alte Markt, die Südseite der Salzstraße und der Königssood bis Nr. 203. Die danach entstandenen Nummern sind an verschiedenen Stellen des Ortes zu finden, so dass daraus zu schließen ist, dass die entsprechenden Hausstätten erst nach 1772 bebaut wurden (223 = Hockelheimer Weg 4 und 6; 225 = Hockelheimer Weg 15; 226 = Hockelheimer Weg 13; 227= Hockelheimer Weg 8, 229 = Hockelheimer Weg 22; 234 = Hockelheimer Weg 18; 236 = Lippstädter Straße 5; 241 = Hockelheimer Weg 14; 242 = Wenner, Schützenstraße; 244 = Holzweg 6; 245; Holzweg 8; 246 = Holzweg 10; 247 = Holzweg 12; 248 = Holzweg 14).

Neunumerierung 1916

Im Jahre 1916 fand eine Neunumerierung statt. Die damals vergebenen Hausnummern finden sich in der Schrift „Westernkottens Wege, Straßen und Plätze“, Lobetag 1945 auf Initiative von Bürgermeister Heinrich Eickmann von der Gemeinde Westernkotten herausgegeben. Auch diese Numerierung folgt in etwa den Straßen des Dorfes im Uhrzeigersinn.

Nummer 1 hatte ab 1916 der Domhof, Nr. 2 Diesmeier, Nr. 3 Schulte-Berndwilm. Dann folgte die Südseite des Holzweges von der Mühle Thiemann bis Neite (4-10). Dann folgte der Hockelheimer Weg (12 = Westerfeld, 13 = Köneke, 14 = Mintert, 21 = Göbel, 34 = Stange, 37 = Jütte), danach kamen die tiefer gelegenen Häuser des Holzweges bis Niggenaber (Nr. 40). Dann folgte die Westseite der Aspenstraße von Adämmer (Nr. 41; am Schäferkämper Weg gab es nur noch das Haus Bernhard Westerfeld, Schäferkämper Weg 3, damals Nr. 41a) bis Besting (Nr. 63, heute abgebrochen, lag rechts neben der Apotheke). Dann kamen die drei Häuser des Westerntor bis Franz Hense (=66), danach folgte die Westseite der Weringhauser Straße von Sellmann (= 67) bis zum Weringhoff (=74) einschließlich der damals bestehenden beiden Häuser Pütter und Möllers an der Griesestraße. Dann kamen die drei damals vorhandenen Häuser an der Lippstädter Straße (B 55) bis Bernhard Knoche (=77), es folgte die Ostseite der Weringhauser Straße von der Weringer Mühle (Nr. 78) bis Markoni (Nr. 83, heute Weringhauser Straße 6). Dann kam die Nordseite der Salzstraße von Prünte (Nr. 84) bis Hoppe (Nr. 92), dann die Stadtgasse bis Ferdinand Schmitt (Nr. 99), danach die Häuser an der Südseite der Salzstraße (Rieke = 102) und Roderfeld und das heutige Haus Dietz (Nr. 105) an der heutigen Weringhauser Straße). Es folgten der Alte Markt bis Sophie Jesse (= 108), dann Paul Franke und Wilhelm Köneke (110) an der Osterbachstraße), danach die drei vorhandenen Häuser am Königssood bis Nr. 116. Danach kam die heutige Nordstraße, die früher Nordenfurt hieß, bis Josef Linnemann (Nr. 126), dann die Leckhausstraße bis Funke (130, heute Pizzeria). Danach schloss sich die nörliche Osterbachstraße von Wieneke (131, heute Malerbetrieb Westermann) bis Franz Brexel (Nr. 136) an. Das letzte Haus im Nordosten war 1916 noch das Haus Korf, heute Wilhelm Holtkötter, Antoniusstraße 5.

Danach folgten die Häuser der Straße Zur Landwehr (Nr. 139-145), dann die Ostseite der Osterbachstraße vom heutigen Anwesen Thiemeier (damals Nr. 146) bis August Hötte (149). Die Nordseite der Bruchstraße bis Anton Jesse (damals Nr. 164, heute Bruchstraße 27) folgte, dann die Südseite von Kuckelmann bis zur Einmündung der Fürst-Ferdinand-Straße. Dort und Am Feuerteich gab es die Hausnummern 173-177. Dann folgte der Rest der Bruchstraße von Dietz bis Friedrich Lanhenke (Nr. 183). Dann kam die Wolfsangel (bis 190), dann die Südseite der Osterbachstraße von Köneke-Thiele (191) einschließlich der Häuser Am Ehrenmal bis Stachelhaus, heute Schubert, Osterbachstraße 1 (damals Nr. 204). Es folgte die Ostseite der Aspenstraße von Niggenaber (Nr. 206) bis Johannes Köneke (heute Aspenstraße 19, damals Nr. 216a). Mit der von der Aspenstraße abzweigenden Schützenstraße einschließlich der Bredenollgasse (Schröer-Marjannen = 223) bis zur Einmündung des heutigen Laarweges schloss sich der Kreis. Die höchste Hausnummer, nämlich 230, hatte 1916 Josef Becker, heute Schützenstraße 11.

Die Einführung von Straßennamen 1941/1945

Bereits im Jahre 1941 hatte die Gemeinde Westernkotten beschlossen, Straßennamen und eine entsprechende Numerierung einzuführen. Die gewählten Straßennamen und die neuen Hausnummern, die weithin bis heute gültig sind, finden sich ebenfalls in der genannten Schrift von Eickmann. Über die Bedeutung der Straßennamen findet sich einiges in meinem Aufsatz „Straßennamen in Bad Westernkotten“ [in: Aus Kuotten düt un dat Nr. 69 und 70; Beilage zum Mitteilungsblatt, Mai 1994]