Osterbachstraße

Der Straßenname „Osterbachstraße“ wurde 1941 festgelegt. Die Straße verläuft, am Nordende der Aspenstraße beginnend, zunächst nach Osten und dann noch Norden immer parallel zum Dorfbach, der „Oisterbieke“.

Das nachfolgende Bild zeigt die Osterbachstraße auf einem Schützenfestbild aus dem Jahre 1927. Welch ein Unterschied zu heute!

Osterbachstraße 1927, Blick nach Süden, links die Einmündung des Ostwalls [Aufn. von Egbert Steins am 19.8.2007 bekommen]

Im Bereich zwischen Aspenstraße und Einmündung der Bruchstraße ist der einstmals verrohrte Osterbach 2001 offengelegt worden. Die Straße ist als Promenade mit Segmentbogenpflaster gestaltet worden.

Offenlegung des Osterbachs 2001

Historische Aufnahme des Osterbaches im Bereich der Einmündung der Bruchstraße

Luftbild auf die Osterbachstraße (rechts) und die angrenzenden Siedlungsräume [Luftaufnahme 2004]

Osterbachstraße 1b

Aufnahme vom 12.8.07

Osterbachstraße 2

 

Osterbachstraße 3

Osterbachstraße 4

Hier befand sich früher das Edeka-Geschäft Ising.

I. Fotos

Der ehemalige Edeka-Markt Christine Ising

Interessante Lage in der Nähe zum geöffneten Osterbach

Umbaupläne

Bilder vom 9. Januar 2007

II. Zur Geschichte des Hauses und seiner Bewohner

Im 19. Jahrhundert wurde das Haus von der Familie Flöer bewohnt, wie aus dem nachfolgenden Aufsatz hervorgeht.

 

Westernkötter Lehrvertrag von 1874

Von Wolfgang Marcus, Bad Westernkotten

Von Werner und Brigitte Niggenaber erhielten die Heimatfreunde Bad Westernkotten am 24.9.2007 einen kleineren Bestand mit heimatgeschichtlichen Unterlagen. Darunter befindet sich auch folgender „Lehrcontrakt“.

 

Lehrcontract

Zwischen dem Schreinermeister Conrad Hammelbeck zu Westernkotten und dem Tagelöhner Bernhard Flöer für sich und seinen unmündigen Sohn Wilhelm Flöer ist am heutigen Tage nachstehender Lehrkontrakt nach reichlicher Überlegung geschlossen worden.

  1. Der Conrad Hammelbeck nimmt den fünfzehnjährigen Sohn des Bernhard Flöer auf zwei und ein Zweitel Jahre als vom 11. November 1874 bis zum 1. Mai 1877 als Lehrling an und verpflichtet sich, ihn in allen, einem tüchtigen Schreinergesellen erforderlichen Kenntnissen zu unterweisen, überhaupt ihn zu allem anzuleiten, wodurch er sich zu einem guten Menschen und Gesellen ausbilden kann, ferner ihn während der zwei und ein Zweitel jährlichen Lehrzeit ein Jahr in dem väterlichen Hause und die übrige Zeit in seinem Haus mit Kost und Wohnung unterhalten und ihn mit Vertrauen und Güte zu behandeln.
  2. Der Conrad Hammelbeck übernimmt ferner keine Verpflichtung, die Kosten einer etwaigen Krankheit des Wilhelm Flöer zu tragen.
  3. Der Wilhelm Flöer verspricht seinem Lehrmeister den strengsten Gehorsam und sich treu, ehrbietsam und sittlich aufzuführen und nicht ohne seine Einwilligung sich unter den Geschäften vom Hause zu entfernen.
  4. Der Wilhelm Flöer verspricht seinem Lehrmeister zu allen Handleistungen bereitwillig beizuspringen und sich als ordnungsliebender Mensch in allen Stücken zu erweisen.
  5. Bei Krankheit oder etwaigem Todesfall des Lehrmeisters oder falls dieser nach einem Jahre sein Handwerk aufgeben sollte, tritt dafür dieser Kontrakt außer Kraft und kann der Lehrling Wilhelm Flöer in diesem Falle keine Entschädigung beanspruchen.

Beide Theile verpflichten sich gegenseitig und jedem ist ein Exemplar zugestellt worden.

Westernkotten, den 11. November 1874

Conrad Hammelbeck                  Bernhard Flöer

Schreinermeister

 

Anmerkungen

  1. Der Vertrag sieht kein Lehrgeld vor. Anscheinend arbeitet der Lehrjunge, wie im letzten Satz in Punkt 1 ausgeführt, nur für Kost und Logis.
  2. Interessant auch, dass die Ausbildung nicht nur fachbezogen sein soll, sondern ihn „zu einem guten Menschen“ erziehen soll.
  3. Conrad Hammelbeck taucht in einem vorliegenden vollständigen Einwohnerverzeichnis von 1864 noch nicht auf, scheint also erst nach 1864 nach Westernkotten gekommen zu sein. Im „Adress-Buch des Kreises Lippstadt und Umgebung 1925/26″ [ein Exemplar im Stadtarchiv Lippstadt] findet sich ein Fabrikarbeiter Heinrich Hammelbeck unter der Hausnummer 87, das ist heute Salzstraße Nr.7.
  4. Der genannte Lehrjunge Wilhelm stammt aus dem Haus Osterbachstraße 4 (heute das leer stehende ehemalige Edeka-Geschäft von Christine Ising) und wurde 1860 geboren. Sein Vater war auch nach Aussage des o. g. Einwohnerverzeichnisses der Tagelöhner Bernhard Flöer und 1823 geboren. Seine Mutter Luise geb. Stenner (?) war 1821 geboren. Seine bis 1864 geborenen Geschwister waren Franziska (*1854) und Josephine (*1857).

Osterbachstraße 5

Aufnahme aus den 1960er Jahren

Aufnahme aus den 1960er Jahren

Osterbachstraße 6

 

Osterbachstraße 7

Osterbachstraße 8

Osterbachstraße 9

Osterbachstraße 10a

Hier stand früher der Hof Kleeschulte

Hier stand früher der Hof Kleeschulte

Osterbachstraße 11

Ehemaliger Hof Gerling, Leckhausstraße

[aus den Unterlagen zum 100jährigen Bestehen des Landwirtschaftlichen Ortsvereins 2006]

Lage des Betriebes:

Das Wohnhaus des Hofes liegt an der Leckhausstraße 3, der Hof hatte seine Ausrichtung zur Osterbachstraße. Der alte Hofstättenname ist „Kaltner“.

Zur Geschichte des Hofes und zur landwirtschaftlichen Produktion:

Im Jahre 1994 wurden die landwirtschaftlichen Gebäude abgerissen. Ab 1.7.1995 entstand auf der Fläche ein Neubau mit 12 Wohnungen. Die landwirtschaftlichen Geräte fanden in einer Scheune des ehemaligen Betriebes Willi Gerling am Schäferkämper Weg 34 Platz.

Herr Theo Gerling ist heute Nebenerwerbslandwirt Ackerbau. Es erfolgt Mähdrusch in Nachbarschaftshilfe. Viehhaltung ist nicht mehr vorhanden.

Hofeigentümer:

1775                  Wwe. W. Kaltener

1785                  Wirnsel

1829                  Josef Wirsel

*ca.1880, +1917 Theodor Gerling

1917-1950          Ww. Maria Gerling geb. Grote (Frau von Th. Gerling)

1950-1952          Caspar Gerling

1952-1954          Ww. Gertrud Gerling (Frau von C. Gerling)

1954-1978         Alois Dirks und Gertrud geb. Jäker verw. Gerling

ab 1978            Theo Gerling (Sohn aus der Ehe von Caspar Gerling mit Gertrud Jäker)

Osterbachstraße 12

 

Osterbachstraße 13

Aufnahme vom 12.8.07

Osterbachstraße 14

Osterbachstraße 15

Aufnahme vom 12.8.07

Osterbachstraße 16

 

Osterbachstraße 17

Osterbachstraße 18

Luftbild aus dem Jahre 1970

Osterbachstraße 19

 

Osterbachstraße 20

Osterbachstraße 21

Osterbachstraße 22

Osterbachstraße 23

Osterbachstraße 24

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Osterbachstraße 26

Aufnahme vom 12.8.07

Osterbachstraße 27

Osterbachstraße 28

 

Osterbachstraße 29

Osterbachstraße 30

Aufnahme vom 12.8.07

Osterbachstraße 31

 

Osterbachstraße 32

Das Gebäude wird im Heimatbuch [Bad Westernkotten. Altes Sälzerdorf am Hellweg, Lippstadt 1987] auf der Seite 139 erwähnt. Demnach war es schon ca. 1785 vorhanden.
Renoviert 1991-1993 durch V. und R. Eggeringhaus.
Einzug Oktober 2003.
Nachfolgend einige Foto des Hauses und des wunderschönen Gartens, unter anderem mit einer 100-jährigen Heckenrose:

Garten von Süden

Garten von Osten

Uralte Heckenrose

Osterbachstraße 33

 

Osterbachstraße 34

Aufnahme vom 12.8.2007

Osterbachstraße 35

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Osterbachstraße 39

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Osterbachstraße 56