KAB

Hier finden Sie das aktuelle Programm der KAB Bad Westernkotten: Bildungsprogramm KAB

I. Zur Geschichte der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Bad Westernkotten bis 2002

[Dieser Beitrag von Wolfgang Schmitt und Willi Schrader ist der Festschrift „1902-2002. 100 Jahre Katholische Kirchengemeinde Sankt Johannes Evangelist Bad Westernkotten, Bad Westernkotten 2002, entnommen.]

Einleitung

Die Gründung katholischer Arbeitsvereine wurde von der Kirche und den Bischöfen unterstützt. Sie waren eng verbunden mit der katholischen Arbeiterbewegung und fanden große Unterstützung vor. Die Ziele waren eine Gemeinschaft der Männer mit ihren Familien zu bestärken, um gemeinsame Veranstaltungen, Feste, Unternehmungen und kirchliche Feiern im Sinne des katholischen Glaubens mitzugestalten. Durch eine aktive Gemeinsamkeit und Versammlungen mit Vorträgen und Turnveranstaltungen sowie Theaterspiele gab es in Westernkotten einen großen Zuspruch in der Bevölkerung. In diesem Sinne konnte Pfarrer Franz Bokel zu Westernkotten einen katholischen Arbeitsverein ins Leben rufen und gründen. Er hatte großen Anteil gefunden und stand dem katholischen Arbeitsverein von 1905 bis 1914 als Präses mit Rat und Tat zur Seite. Die Präsides des katholischen Arbeitervereins bzw. der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (Bad) Westernkotten waren folgende:

  • 1905-1914 Pfarrer Franz Bokel
  • 1914-1925 Pfarrer Johannes Ronnewinkel
  • 1925-1936 Pfarrer Johannes Schreckenberg
  • 1936-1984 keine Vereinstätigkeit
  • 1984-1996 Pfarrer Norbert Gersmann
  • 1996-heute [2006] Pfarrer Heinz Müller

WESTERNKOTTEN ANNO 1905

Nach alten Unterlagen fand die Gründungsversammlung am 26.11.1905 um 16.30 Uhr beim Gastwirt Friedrich Wiese unter dem Vorsitz des damaligen Pfarrers Franz Bokel, der auch erster Präses des Vereins war, statt. Schon damals fanden monatliche Versammlungen statt, in denen zeitgemäße Themen abgehandelt wurden. Für den Verein stand die Familie immer im Mittelpunkt des Vereinslebens. So fand schon damals alljährlich ein Familienausflug statt, wie zum Beispiel am 2. Juni 1907 zum Arbeiterverein in Geseke und am 8. Juni 1908 zum Josefsverein in Anröchte, der im Begriff war, sich in einen Arbeiterverein umzuwandeln. Kurz nach der Gründung zählte der Verein bereits 104 Mitglieder. Im Mai 1908 wurde die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen. Mit der Anfertigung derselben wurde das Franziskanerinnen – Mutterhaus in Salzkotten beauftragt. Die Herstellungskosten beliefen sich auf ca. 350 Mark, für damalige Verhältnisse eine beachtliche Summe. Die feierliche Fahnenweihe fand am 31. August 1908 innerhalb eines großen Festaktes statt, zu dem auch die Nachbarvereine eingeladen waren. Sie wurde vom Diözesanpräses Pfarrer Klein aus Bochum vorgenommen. Als Fähnrich wurden Wilhelm Stillecke und als Fahnenoffiziere Johann Sellmann und Heinrich Hilwerling gewählt. Die Vereinsfahne wurde an allen feierlich-katholischen Anlässen wie Fronleichnam oder Lobestagsprozession mitgeführt. Aus den monatlichen Niederschriften, die bis zum Jahre 1912 lückenlos vorliegen, geht hervor, wie sehr sich der Verein auf sozialem und kulturellem Gebiet engagiert hat.

VEREINSCHRONIK 1905 – 1912

Westernkotten, 12. November 1905

Am 12 November des Jahres 1905 fand unter der Leitung des hiesigen Pfarrers Franz Bokel eine Zusammenkunft der katholischen Männer aus Westernkotten im Gasthof Friedrich Wiese statt. Dieselbe hatte zum Inhalt die Gründung eines katholischen Arbeitervereins in Westernkotten. Die Versammlung fand um halb fünf Uhr statt. Pfarrer Bokel wies auf die Notwendigkeit des Arbeitervereins besonders hin und es wurden Entwürfe der Statuten beraten und von den Teilnehmern der Versammlung angenommen. Die vom katholischem Arbeiterverein Westernkotten aufgestellten Statuten und Satzungen wurden vom Amt Erwitte Kreis Lippstadt genehmigt und zur Kenntnis genommen. Mit Stempel und Unterschrift versehen: Erwitte, den  12  Dezember  1905.Anschließend wurde beschlossen im Einverständnis aller Anwesenden eine größere Versammlung am 26 November 1905 einzuberufen. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen.

Westernkotten, den 26. 11. 1905: Gründung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten. Die Vereinsgründung fand am 26. November 1905 im Vereinslokal Friedrich Wiese um 16.30 Uhr statt.Präses Pfarrer Franz Bokel, Vorsitzender Heinrich Ferdinands, Schriftführer Franz Hense, Kassierer Franz Dietz. Weitere Vorstandsmitglieder Josef Brexel, Anton Jütte, Wilhelm Linnemann. Die Vertrauensleute waren Franz Wenner, Franz Wittkop, Heinrich Johannknecht, Lorenz Hilwerling, Franz Spiekermann, Franz  Pütter, Wilhelm Stillecke.

Nachdem bereits am 12.11 in einer Versammlung des katholischen Arbeitervereins eine Besprechung über die Notwendigkeit eines katholischen Arbeitervereins für Westernkotten stattgefunden hatte, wobei besonders betont und entschieden wurde, dass Mitglieder des H.D.Gewerksvereins [2] nicht zugleich Mitglieder des katholischen Arbeitervereins sein könnten, fand heute am 26.11.1905 nachmittags um halb 5 Uhr bei Gastwirt F. Wiese eine größerer Versammlung unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Bokel statt. Herr Steinmann vom Arbeiterverein Lippstadt gab dann in einem Referat nähere Aufschlüsse über die Düsseldorfer Krankengeldzuschusskasse und empfahl den Mitgliedern der Kasse beizutreten. Es wurden 26 Mitglieder aufgenommen. Es wurde bestimmt, dass diese sich am Donnerstag, den 31. 11 abends 8 Uhr und am Freitag, den 1.12 morgens 8 Uhr bei Gastwirt F. Wiese die Unterlagen abholen konnten. Herr Dr. Löser aus Erwitte führte die Untersuchung kostenlos durch. Ferner solle am Sonntag, den 10.12 nachmittags 3 Uhr eine Versammlung der Kassenmitglieder abgehalten werden, in welcher sich die Verwaltungsstelle konstituieren sollte. Es wurde beschlossen, einen Vertreter des Arbeitervereins Westernkotten zum Delegiertentage der katholischen Arbeitervereine nach Hagen zu entsenden und wählte dazu den Fabrikarbeiter Heinrich Ferdinands. Die nächste Versammlung findet statt am Sonntag, dem 17. Dezember.

Westernkotten, den 17. 12. 1905

In der heutigen Versammlung unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Bokel im Saale des Gastwirtes F. Wiese begrüßte der Vorsitzende alle anwesenden Mitglieder, anschließend gab der Herr Präses dem als Delegierten zum Delegiertentage nach Hagen entsandten Fabrikarbeiter Herrn Heinrich Ferdinands das Wort. Zu seinem Vortrage erstattete derselbe Bericht über die dort behandelten Themen. Im Anschluss desselben wies selbiger noch besonders auf die Notwendigkeit des katholischen Arbeitervereins hin und ermahnte die Mitglieder treu zur Sache des Arbeitervereins zu halten und was in ihren Kräften stehe dahin zu wirken, dass möglichst jeder katholischer Arbeiter sich dem katholischen Arbeiterverein anschließen möge. Pfarrer Franz Bokel bedankte sich für den Bericht vom Delegiertentage bei Heinrich Ferdinands, der mit großem Beifall bedacht wurde. Dann ergriff unser Vorsitzender Herr Pfarrer Bokel das Wort. In einem religiösen und wissenschaftlichen Vortrag führte er uns besonders die Sklaverei des alten Heidentums vor Augen und wies auf die Segnung hin, welches uns das Christentum gegenüber dem Heidentum gebracht habe. Nachdem noch einige Neuaufnahmen stattgefunden hatten, wurde der Beitrag für den Monat Dezember erhoben. Ein Eintrittsgeld wurde nicht erhoben, aber beschlossen, dass alle diejenigen, die nach dem 1. Januar 1906 den katholischen Arbeiterverein beitreten ein solches in Höhe von 50 Pf zu entrichten haben. Die nächste Versammlung findet statt am Sonntag, dem 7. Januar 1906.

Westernkotten, den 7. 01. 1906

Heute fand hierselbst unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Bokel eine Versammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten mit einem Lichtbildervortrag betitelt „Reise um die Welt“ statt. Der Vortragende, Herr Lehrer Schmidt aus Langeneicke, welcher die Reise größtenteils selbst gemacht hatte, gab anhand der einzelnen vorgeführten Bilder nähere Erklärungen und Anweisungen. Den Apparat hierzu hatte uns der Herr Vikar Brune aus Erwitte in liebenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Die Vorführung fand allgemeinen Beifall und es wurde der Wunsch geäußert, solches bei Gelegenheit wiederfahren zu lassen. Nach Absingung einiger Lieder und einem Schlusswort des Herrn Vorsitzenden, in welchem der Vorsitzende den Veranstaltern im Namen der Versammlung seinen Dank aussprach, wurde die Versammlung geschlossen. Die nächste Versammlung findet statt am Sonntag, dem 28. Januar 1906.

Westernkotten, den 28. 01 1906

Zu einer heute unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Franz Bokel stattgefundenen Generalversammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten wurde folgendes erledigt. Die Statuten wurden genehmigt und angenommen und werden demnächst jedem einzelnen Mitglied gedruckt verabreicht werden. Dann wurde zur definitiven Vorstandswahl mittels Stimmzetteln geschritten. Der Vorstand wurde wiedergewählt. Statt der bisherigen fünf wurden jetzt sechs Vorstandsmitglieder gewählt, so dass sich der Vorstand aus folgenden Mitgliedern zusammensetzt.Josef BrexelFranz DietzFranz HenseAnton JütteWilhelm LinnemannHeinrich Ferdinands.Dann wurden von der Versammlung die Mitglieder Josef Schäfermeier und Wilhelm Neite zu Rechnungsrevisoren gewählt. Dem Ehrenmitglied, Herrn Ferdinand Tuschhoff, wurde auf Beschluss der Versammlung der Beitrag ein für alle mal erlassen. Anschließend hieran fand noch eine Kaisergeburtstagsfeier statt. Dem Vortrag des Herrn Pfarrers Bokel über unseren allergnädigsten Landesherrn folgten noch mehrere patriotische Lieder, worauf die Feier ihren Abschluss fand. Die nächste Versammlung findet statt am Sonntag, den 18. Februar 1906.

Westernkotten, den 18. 02. 1906

Heute fand hierselbst unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Bokel eine Versammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten statt. Der übliche Vortrag, betitelt „Einordnung der neuzeitlichen Arbeiterbewegung in die bestehende Gesellschaftsordnung“, dem Leitartikel der Westdeutschen Arbeiterzeitung entnommen, wurde vom Vorsitzendem Herrn Pfarrer Bokel gehalten. Nachdem derselbe in seinem Vortrag den Mitgliedern die einzelnen Punkte näher erklärt und vor Augen geführt hatte, empfahl er selbigen nochmals, das Vereinsorgan, die Westdeutsche Arbeiterzeitung, fleißig zu lesen und aufzubewahren. Hierauf wurden noch einige Lieder gesungen und dann die Versammlung geschlossen.Die nächste Versammlung findet statt am Sonntag, dem 11. März 1906.

Westernkotten, den 6. 05. 1906

Zu einer heute hierselbst unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Bokel abgehaltenen Versammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten hielt selbiger einen Vortrag über Voltaire. Voltaire, so führte der Redner aus, sei ein ganz begabter Schüler gewesen und sein Lehrer habe schon gesagt, dass in ihm zwei Naturen steckten. Dann sei er in schlechte Gesellschaft geraten und habe sich einem Club angeschlossen, der es sich zur Aufgabe gestellt hatte, alles Religiöse zu untergraben. Später habe der preußische König Friedrich II. ihn an seinen Hof berufen, er sei denn aber wieder nach Paris gegangen und dort wie ein König empfangen worden. Dann habe er sich mal wieder der katholischen Kirche nähern wollen, sei aber als Gottesleugner gestorben. Hierauf hielt der hochwürdige Pater von Hiltrup einen Vortrag über seine Reiseerlebnisse in Spanien. Nachdem derselbe Land und Leute sowie die dortigen Sitten und Lebensgewohnheiten eingehend geschildert hatte, wurde die Versammlung geschlossen.  Mit Schreiben vom 11.6.1906 wird die Eröffnungsurkunde betreffend Anschluss des  Arbeitervereins an die Krankengeld-Zuschusskasse überstellt. Alle Mitglieder sind ab Eintritt versichert.

Westernkotten, den 9. 12. 1906

Heute fand unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Franz Bokel eine Versammlung des katholischen Arbeitervereins statt, welche mit einer Namenstagsfeier für den Herrn Präses verbunden war. Nach der üblichen Begrüßung wurde demselben vom Verein ein Bild seiner Heiligkeit Papst  Pius X. überreicht, wofür der Herr Vorsitzende dann dem Verein seinen herzlichsten Dank aussprach. Dann wurden noch mehrere passende Lieder gesungen, worauf die Feier ihren Abschluss fand.

Westernkotten, den 16. 06. 1907

Haute fand hier unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Bokel eine Versammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten satt. Nach Eröffnung derselben setzte der Redner, Herr Pfarrer Bokel, seinen in vorhergehender Versammlung gehaltenen, noch nicht beendeten Vortrag über das Dasein Gottes fort und kam im folgenden zum kosmologischen und moralischen Beweis. Auch aus diesen beiden Beweisen ergab sich die zwingende Notwendigkeit, an das Dasein Gottes zu glauben. Hierauf streifte Redner nochmals in aller Kürze seine Ausführungen und wies darauf hin, wie wichtig es gerade in heutiger Zeit für den gläubigen Menschen sei, auch Angriff von Seiten der Gottesleugner erfolgreich abwehren zu können. Dann wurde vom Herrn Heinrich Eickmann ein Vortrag über die Photographie gehalten. In demselben erklärte Redner eingehend die einzelnen Teile eines photographischen Apparates sowie auch die Umstände die zum Gelingen eines guten Bildes erforderlich sind und ermunterte die jungen Mitglieder sich in der Kunst des Photographierens zu üben, damit diese schöne Kunst recht bald Gemeingut vieler werden möge. Betreffs der Vereinsabzeichen wurde beschlossen, dieselben zum Preise von 0,20 Mark an die Mitglieder abzugeben und die übrigen 0,15 Mark auf die Vereinskasse zu übernehmen. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen.

Westernkotten, den 13. 10. 1907

Heute fand hierselbst unter dem Vorsitzenden Herrn Pfarrers Bokel eine Versammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten statt. Nach Eröffnung derselben hielt der Vorsitzende einen Vortrag über Darwinismus und seine Theorien. Die Affentheorie, von dem englischen Forscher Darwin zuerst aufgestellt, hat auch in Deutschland und namentlich in gelehrten Kreisen seine Anhänger gefunden. Hauptsächlich war es der Professor Häkel in Jena, der diese Lehre vertrat und sich alle erdenkliche Mühe gegeben hat, dieselbe unter das Volk zu bringen, was ihm auch leider nur zu gut gelungen ist. Auf Grund mehrerer Ausgrabungen und Funde von Knochen und Schädeln, suchten letzterer und seine Anhänger die Abstammung des Menschen vom Affen zu beweisen. Besonders der im Neandertal bei Düsseldorf aufgefundene sogenannte Neanderschädel sollte dieses unzweideutig beweisen. Auf Grund eingehender Untersuchung, besonders des deutschen Gelehrten Wirchow, ist aber klar nachgewiesen, dass der Neanderschädel demnach ein Menschenschädel ist. Trotzdem wird aber von Seiten der Sozialdemokraten dieses Märchen immer wieder aufgetischt und darum ist es notwendig, dass jeder Katholik weiß, wie er sich derartigen Anzweiflungen gegenüber zu verhalten hat. Dann wurde zum Delegiertentag nach Gelsenkirchen der Fabrikarbeiter Heinrich Ferdinands gewählt, welcher sich zur Annahme der Wahl  bereit erklärte und hierauf die Versammlung geschlossen.

Westernkotten, den 24. 11. 1907

Heute fand unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Bokel die Feier des diesjährigen Stiftungsfestes des katholischen Arbeitervereins statt. Eingeleitet wurde dieselbe durch mehrere, eigens zu diesem Zwecke verfasste Lieder. Dann erteilte der Herr Präses dem Festredner Herrn Rektor aus Erwitte das Wort. Zu seiner Rede gedachte selbiger besonders der anwesenden Frauen und wies auf die sozialen Pflichten derselben hin und ermahnte sie dringend, ihren Männern durch häusliches Walten, Ordnungssinn und freundliches Entgegenkommen den Aufenthalt im Familienkreise angenehm zu machen. Nach Schluss der Rede sprach der Pfarrer Herr Bokel dem Redner in seinem und im Namen des Vereins seinen Dank für die trefflichen Ausführungen aus. Danach folgte die Aufführung eines Theaterstückes, betitelt „Der Professor als Bruderehrmann“ welches allseitigen Beifall erntete, worauf dann die Feier ihren Abschluss fand.

Anschaffung einer Vereinsfahne

Am 12. April 1908 wurde in einer Versammlung angeregt eine Vereinsfahne anzuschaffen. Die anwesenden Mitglieder sprachen sich einstimmig dafür aus. Es wurde beschlossen eine Versammlung mit Aussprache über die Bestückung der neuen Fahne einzuberufen. In der Versammlung am 31. Mai 1908 wurde unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Franz Bokel die Erörterung der Fahne vorgenommen. Die anwesenden Mitglieder beschlossen 300 bis 400 Mark für die neue Fahne aus der Vereinskasse zu entnehmen. Der Vorstand nahm die Angelegenheit in die Hand und beauftragte das Kloster zu Salzkotten eine Fahne anzufertigen. Die Stoffproben vom Kloster zu Salzkotten fanden regen Anklang und wurden für gut befunden. Somit war die Fahne in Auftrag gegeben, die eine Seite der Fahne soll das Bildnis des heiligen Johannes des Kirchenpatrons hiesiger Gemeinde tragen, während die andere Seite als Symbol der Einigkeit und Freundschaft zwei zusammen geschlungene Hände mit der Aufschrift ‚Katholischer Arbeiterverein Westernkotten‘, mit der Jahreszahl 1908, erhält.

Westernkotten, den 12. 04. 1908

Heute fand unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Franz Bokel eine Versammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten statt. Nach Eröffnung derselben hielt der Vorsitzende eine kleine Ansprache an die Versammlung und führte selbige in die Zeit des Kulturkampfes zurück, stellte die Katholiken Münsters als Muster hin und las aus einem Büchlein der Versammlung einige kleine Episoden aus jener Zeit vor, unter anderem die Plünderung der Möbel und Wertsachen des hochwürdigen Herrn Bischofs von Münster. Besonders hervorzuheben zu werden verdient der feine Takt des hochwürdigen Herrn, welchen selbiger bei dieser Gelegenheit an den Tag legte, sowie auch der feste Zusammenhalt der Münsteraner zu ihrem Bischof. Die ganze Versammlung folgte gespannt diesen schönen Ausführungen. Dann fand noch eine Besprechung über die Anschaffung einer Vereinsfahne statt. Da die meisten der anwesenden Mitglieder dafür waren, wurde beschlossen eigens zu diesem Zweck eine Versammlung abzuhalten, welche sich ausschließlich mit dieser Angelegenheit zu befassen habe. Die Versammlung wurde danach beendet. In einer Versammlung imMai des Jahres 1908 wurde beschlossen einen Ausflug zu unternehmen. Es wurde vorgeschlagen, den Josefsverein in Anröchte, der im Begriff sei, sich in einem Arbeiterverein zu wandeln, einen Besuch abzustatten. Diesem Punkte wurde zugestimmt und beschlossen, wofür die Mitglieder den Betrag von 30 Pf zu zahlen haben. Ein einmaliger Fehlbetrag soll aus der Vereinskasse genommen werden. Als Tag des Ausfluges wurde Pfingstmontag, der 8. Juni, in Aussicht genommen. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen.

Westernkotten, den 9. 08. 1908

Heute fand unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Bokel eine Versammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten statt, zu der die Mitglieder sehr zahlreich erschienen waren. Da bereits im Mai dieses Jahres die Anschaffung einer neuen Fahne beschlossen und dieselbe jetzt eingetroffen war, war es an der Zeit, sich eingehend mit der Fahnenweihe zu befassen und den Tag festzusetzen, an welchem die Feier stattfinden soll. Auf allgemeinen Wunsch wurde Sonntag, der 31. August, festgesetzt, da ein längeres Hinausschieben des Festes sich aus verschiedenen Gründen nicht empfahl. Es wurde nun zunächst zur Wahl des Fähnrichs und der Fahnenoffiziere geschritten und es wurde hierzu gewählt Wilhelm Stillecke als Fähnrich und Johann Stellmann und Heinrich Hilwerling als Fahnenoffiziere. Zu Stellvertretern wurden gewählt Engelbert Johannknecht als Fähnrich und Eickmann und Broermann als Fahnenoffiziere. Hierauf wurde ein Festausschuss, bestehend aus den Mitgliedern Lorenz Meyer, Karl Hasel und Heinrich Schlüter, gewählt. Zum Zugführer wurde Heinrich Johannknecht gewählt. Dann wurden noch Festredner, bestehend aus den Mitgliedern Pütter, Wobbel, Koböken und Jocheim, gewählt. Sämtliche Wahlen erfolgten durch Akklamation und es erklärten sich sämtliche Gewählten zur Annahme der Wahl bereit. Ferner wurde beschlossen die Nachbarvereine zur Festfeier einzuladen. Nachdem noch der Weg den der Festzug nehmen sollte festgesetzt war, wurde die Versammlung geschlossen.

Das Fest der Fahnenweihe

Westernkotten, den 31. 08. 1908Heute feierte der katholische Arbeiterverein Westernkotten unter reger Beteiligung der Gemeinde-Eingesessenen und der eingeladenen fremden Vereine das Fest der Fahnenweihe im Vereinslokal bei Gastwirt Wiese. Zuerst fand morgens das Hochamt und dann einige Konzerte statt. Gegen 1 Uhr wurden die fremden Vereine mit Musik empfangen. Der Empfang war im Vereinslokal Wiese. Um 14.30 Uhr zog der Festzug zur Kirche, wo selbst die Weihe der Fahne stattfand. Der hochwürdige Diözesanpräses, Pfarrer Klein aus Bochum, war eigens gekommen und hielt in der Kirche die Festrede. Er ermunterte alle Anwesenden, treu zur Sache des katholischen Arbeitervereins zu halten und wies auf die Gefahren hin, die gerade den Jungen Leuten die vom Lande in die Großstädte ziehen, drohen, so dass erfahrungsgemäß gerade solche jungen Leute eine Beute der Sozialdemokratie würden. Dieses könne jedoch vermieden werden, indem die jungen Leute dem katholischen Arbeiterverein beiträten, in welchen für genügende Schulung und Aufklärung gesorgt werde. Hierauf fand eine kleine Andacht und dann eine Einsegnung der Fahne statt, worauf von der Gemeinde das Lied „ Fest soll mein Taufbund immer stehen“ gesungen wurde. Dann setzte sich der Festzug durch den Ort in Bewegung, voran die Vorstände und die fremden Vereine und zuletzt der festgebende Verein. Im Vereinslokal angekommen, erfolgte die Begrüßung der fremden Vereine und dann die weltliche Feier. Der Diözesanpräses, Pfarrer Klein, hielt auch hier wieder eine herzliche Ansprache, die alle Anwesenden zum festen Zusammenhalt ermunterte. Nachdem der Präses, Herr Pfarrer Franz Bokel, dem hochwürdigen Herrn seinen und aller Dank ausgesprochen hatte, folgten nun abwechselnd Lieder, Konzerte und Ansprachen. Nachdem die fremden Gäste und Vereine die Heimreise angetreten hatten, blieben die Mitglieder und ihre Angehörigen noch längere Zeit in fröhlicher Stimmung zusammen. Alles in allem nahm das Fest einen vorzüglichen Verlauf und deshalb kann der katholische Arbeiterverein zu Westernkotten mit Stolz und Freud auf das Fest der Fahnenweihe zurückblicken.

Westernkotten, den 7. 03. 1909

Heute fand hier unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Bokel die diesjährige Generalversammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten statt. Nach Eröffnung derselben richtete der hochwürdige Herr Präses zuerst einige Begrüßungsworte an die Versammlung und dankte für das zahlreiche Erscheinen. Leider wurde der hochwürdige Herr Präses in diesem Augenblick zu einem Kranken gerufen. Ein Vorstandsmitglied wurde nun vom Herrn Präses bis zu seinem Wiedereintreffen mit der Leitung der Versammlung beauftragt und wurde nun zur Erledigung der Tagesordnung geschritten. Zuerst erstattete der Kassierer Franz Dietz den Kassenbericht für 1908. Derselbe schloss ab in Einnahmen mit 334,90 Mark, in Ausgaben mit  298,35 Mark, so dass 36,55 Mark verblieben. Zuzüglich der 115 Mark, die bei der Spar- und Darlehnskasse Westernkotten hinterlegt sind, stellt sich das Barvermögen des Vereins auf 151,55 Mark. Die von den Revisoren vorgenommene Nachprüfung ergab die Richtigkeit der Rechnung und wurde hierauf dem Kassierer Entlastung erteilt. Die Stärke des Vereins betrug laut Angabe des Kassierers 104 Mitglieder. Dann wurden vom Schriftführer Franz Hense die Protokolle der stattgefundenen Versammlungen verlesen und hiermit der Versammlung ein Rückbild über die Tätigkeiten des Vereins im Vorjahr bezüglich der gehaltenen Vorträge und gefassten Beschlüsse ermöglicht. Da gegen die Fassung der Protokolle keine Einwendung gemacht wurde, wurden dieselben von der Generalversammlung genehmigt. Hierauf wurde eine Neu- bzw. eine Ergänzungswahl des Vorstandes mittels Stimmzettel vorgenommen. Die beiden Mitglieder Heinrich Ferdinands und Wilhelm Linnemann wurden von der Versammlung mit großer Stimmenmehrheit wiedergewählt. Letzterer erklärte sich zur Annahme der Wahl bereit. Bezüglich der Wahl Ferdinands erklärte der Herr Präses betreffs Rückfrage mit demselben, weil Ferdinands wegen einer Verletzung am Erscheinen verhindert war, die Wahl für angenommen, womit die Versammlung einverstanden war. Die Wahl der Vertrauensmänner, welche ebenfalls und mittels Stimmzettel und zwar auf die Dauer von zwei Jahren vorgenommen wurde, ergab folgendes Resultat. Heinrich Johannknecht, Franz Spiekermann und Franz Wenner wurden wieder und Franz Pütter und Wilhelm Stillecke wurden neu gewählt. Die Gewählten erklärten sich zur Wahl bereit, wovon die Versammlung dankend Kenntnis nahm. Nach Absingung einiger Lieder wurde die Versammlung durch den Herrn Präses geschlossen.

Westernkotten, den 13. 06. 1909

Zu einer heute unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Bokel abgehaltenen Versammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten erteilte derselbe dem Herrn Franz Hense das Wort zum Vortrag über das neue Vereins- und Versammlungsrecht. Derselbe führte aus, dass es schon lange der Wunsch der Deutschen Völker gewesen sei, ein neues, einheitliches Vereinsgesetz zu erhalten, da das alte Gesetz nicht mehr den Anforderungen der Jetztzeit mitbringe. Auch die Vertreter des Volkes, der Reichstag, sei mehrmals für die Schaffung eines neuen Gesetzes eingetreten, von der Regierung aber immer auf später vertröstet worden. Endlich jedoch sei die Regierung mit dem neuen Gesetzesentwurf an die Öffentlichkeit getreten und nachdem dasselbe dem Reichstag vorgelegen und von der Mehrheit desselben, der sogenannten Blockmehrheit, genehmigt war, zum Gesetz erhoben und am 15. Mai 1908 in Kraft getreten. Nachdem der Herr Präses dem Referenten für seine Ausführungen gedankt hatte, wurde die Versammlung geschlossen.

Westernkotten, den 12. 09. 1909

Zu einer heute unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Bokel abgehaltenen Versammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten wurde über die Feier eines abzuhaltenden Familienabends beraten. Es wurde beschlossen einen solchen Abend am Sonntag den 10.10.1909 zu veranstalten und gleichzeitig hiermit eine Rekruten-Abschiedsfeier zu verbinden. Für die aufzuführenden Theaterstücke wurden die Rollen verteilt, die Feier näher besprochen und hierauf die Versammlung geschlossen.

Westernkotten, den 13. 02. 1910

Die heute unter dem Vorsitze des Herrn Pfarrers Bokel stattgefundene Generalversammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten wurde vom Vorsitzenden um 17.30 Uhr eröffnet. Nach einigen einleitenden Worten, in welchen derselbe den Mitgliedern für den guten Besuch der Versammlung seinen Dank aussprach, wurde zur Erledigung der Tagesordnung geschritten. Zuerst erstattete der Kassierer Franz Dietz den Kassenbericht für das Jahr 1909. Derselbe schloss ab mit einer Einnahme von 348,35 Mark und einer Ausgabe von 276,05 Mark, so dass ein Überschuss von 72,30 Mark verblieb. Zuzüglich der 206 Mark, die bei der hiesigen Spar und Darlehnskasse eingelegt sind, stellt sich das Barvermögen des Vereins auf 278,30 Mark. Die von den Revisoren vorgenommene Nachprüfung ergab die Richtigkeit der Nachprüfung. Darauf wurde demselben Entlastung erteilt. Bei Angabe des Kassierers betrug die Mitgliederzahl 104. Hierauf wurden vom Schriftführer die Protokolle der stattgefundenen Versammlungen verlesen. Der Versammlung wurde hiermit ein Rückblick über die Tätigkeiten des Vereins im Vorjahr bezüglich der gehaltenen Vorträge und gefassten Beschlüsse ermöglicht. Da gegen die Abfassung der Protokolle keine Einwendung gemacht wurden, wurden dieselben von der Generalversammlung genehmigt. Hierauf wurde die Ergänzungswahl des Vorstandes vorgenommen. Dieselbe wurde nach der Satzung getätigt. Die beiden ausscheidenden Vorstandsmitglieder Franz Hense und Anton Jütte wurden mit großer Mehrheit wiedergewählt. Dieselben erklärten sich auf Befragen des Herrn Präses zur Annahme der Wahl bereit, wofür ihnen derselbe Seitens der Versammlung seinen Dank aussprach. Bei der nun folgenden Wahl wurde für den ausscheidenden Fahnenoffizier der Ersatzmann Heinrich Broermann und für diesen Josef Brexel als Ersatzmann gewählt. Man einigte sich nun darauf, dass bei der Fronleichnamsprozession und bei der Lobestagsprozession die Vereinsfahne von einer Gruppe getragen werden solle. Im weiteren Vorträgen der Versammlung wurde noch angeregt, mehr wie bisher an Vorträgen zu halten, welches vom Herrn Präses in Aussicht gestellt wurde. Hierauf wurde die Versammlung um 8 Uhr vom Vorsitzenden geschlossen.

Westernkotten, den 12. 06. 1910

Der für die heutige anberaumte Versammlung des katholischen Arbeitervereins angekündigte Vortrag wurde wegen des ungenügenden Besuchs nicht gehalten und hierauf die Versammlung geschlossen.

Westernkotten, den 4. 09. 1910

Heute fand hier unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Bokel eine Versammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten statt. Nachdem dieselbe eröffnet, erklärte der Herr Präses den Anwesenden die Bedeutung der Inschrift auf den hiesigen Kirchenglocken. Sonstige Beschlüsse wurden in dieser Versammlung nicht gefasst und alsdann die Versammlung geschlossen. Programm des Stiftungsfestes des katholischen Arbeitervereins zu Westernkotten am Sonntag, dem 9.10.1910

  1. Begrüßungsrede
  2. Prolog
  3. Festrede
  4. Toast
  5. Meister Zwirn in Tausend Nöten – Schwank in einem Akt
  6. Michel als Luftschiffer

Christlich-nationaler Arbeitertag in Westernkotten am 11. 09. 1911

Redakteur Elfers, M. Gladbach. Besagter hielt eine Rede über die Aufgaben der konfessionellen Arbeiter und Gesellenvereine und ihr Verhältnis zu den christlichen Gewerkschaften. In der Versammlung mit großer Beteiligung gingen seine Worte wegen der Unruhe vielen Gästen verloren. Ein Gedanke beherrscht uns alle „die christliche Moral“. Nationale Arbeiterbewegungen schreiten mächtig voran. Der Redner gab Antwort über die Lage in den Parteien und der Gewerkschaften des Landes. Er ermunterte die Verbände und christlichen Vereine, für eine Sache zu werben und neue Mitglieder zu erreichen. Die Stärke der konfessionellen Vereine ist aus den nachstehenden Zahlen ersichtlich.Katholische Arbeitervereine 470 000 Mitglieder;Katholische Gesellen- und Jünglingsvereine 400 000 Mitglieder; Evangelische Arbeitervereine 180 000 Mitglieder; Evangelische Gesellenvereine 150 000 Mitglieder; zusammen 1.200.000 Mitglied

Westernkotten, den 21. 01. 1912

Heute fand hier unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrers Bokel eine Versammlung des katholischen Arbeitervereins Westernkotten statt. Nachdem der Herr Präses die Versammlung eröffnet hatte, gab er in dem nun folgenden Vortrag einen kurzen Rückblick auf die so eben stattgefundenen Reichstagswahlen. Er führte besonders vor Augen, wie das ganze Streben und Trachten der gesamten Sozialdemokratie und der Linksliberalen dahin gerichtet gewesen sei, das Zentrum zu vernichten. Dass ihnen dieses nicht gelungen sei, sei in erster Linie auf die gute Aufklärungsarbeit und Organisation, die von Seiten der Zentrumspartei erfolgt sei, zurückzuführen. Den hauptsächlichen Stoff zum Hetzen habe die Reichsfinanzreform, die unter Mitwirkung des Zentrums zustande gekommen sei, hergeben müssen. Aber trotz alledem stehe der Zentrumsturm fester denn je da. Den ganzen Gewinn aus dieser Hetze habe nur die Sozialdemokratie zu verzeichnen, die mit einem ungeheuren Mandatsgewinn als stärkste Partei in den neuen Reichstag einziehe. Herr Ferdinands streifte dann noch in kurzen Zügen die Wirkung des Schutzzolles für Industrie und Landwirtschaft und wies noch darauf hin, dass seit Inkrafttreten des Schutzzolles von 1879 Deutschlands Industrie und Landwirtschaft doch beide eines bedeutenden Aufschwunges erfreuten, während in Ländern ohne Schutzzoll die umgekehrten Verhältnisse, also ein Rückgang zu bemerken sei. Hierauf fand noch eine Kaisergeburtstagsfeier im Verein statt. In seiner Ansprache gedachte der Herr Präses seiner Majestät und ermahnte die Mitglieder des Arbeitervereins stets in Liebe und Treue zu Fürst und Vaterland zu stehen und brachte dann das Kaiserhoch aus, in welcher die Versammlung begeistert einstimmte. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen.

AUS DEM VEREINSLEBEN 1913 BIS 1933

Anhand einiger Schriftstücke, die weithin vollständig abgedruckt werden, soll hier das Vereinsleben dokumentiert werden. Tapfer und Treu: Bezirksfest der katholischen Jugendvereinigung der Dekanate Rüthen, Geseke und Büren zu Westernkotten am 17. August 1913 Festordnung

  1. Gottesdienst
  2. halb 9 Uhr Antreten des Vereins Westernkotten und anwesender Gastvereine. Treffpunkt im Saale des Gasthofes F. Wiese
  3. 14.15 Uhr Besuch der Andacht mit Predigt, Pfarrer Pehle aus Erwitte – Andacht mit Segen   (gesungene Lieder) :
    1. Wir beten an
    2. Fest soll mein Taufbund immer stehen
  4. Von 10 Uhr bis 13 Uhr Wettturnen in 2 Abteilungen auf dem Schützenplatz. Ab 2 Uhr Freiübungen und Wettturnen. Musterriegel und Flaggenreigen. Riege an Reck und Barren. Halb 7 Uhr Verkündigung der Sieger. Anschließend Festzug zum Vereinslokal mit gemütlichem Beisammensein.

Jahresbericht des katholischen Arbeitervereins Westernkotten im Jahre 1920

(Mitteilung an den Verband der katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands, Geschäftsstelle M. Gladbach, Kyffhäuserstr. 5)

Diözesanverband PaderbornBezirksverband Dekanate Geseke,

Johannes RonnewinkelVorsitzender

Heinrich Ferdinands

Schriftführer  Franz Hense

Kassierer  Fritz Pilk

Mitgliederzahl am 31. 12. 1919

105 Mitglieder unter 30 Jahre:                                              45

30 bis 45 Jahre:                                                                              30

über 45 Jahre                                                                                 30

Bauarbeiter                                                                                   6

Eisenbahner                                                                                 8

Holzarbeiter                                                                                  5

Landarbeiter                                                                                 7

Lederarbeiter                                                                                2

Metallarbeiter                                                                              63

Schneider                                                                                     2

Tabakarbeiter                                                                                2

Ohne Beruf                                                                                   10

Der Vorstand besteht aus                                                           6 Personen

Vertrauensmänner                                                                        8 Personen Vorstandssitzungen im Jahr                                                       10 x

Versammlungen im Jahr                                                              10 x

Vorträge abgehaltenPolitische                                                          1x Wirtschaftliche                                                                             7 x Geologische                                                                                  2 x

Ist die Leo – Sterbekasse eingeführt                                        ja

Mitglieder der Kasse                                                                  105 Krankenzuschusskasse                                                              ja

Mitglieder der Kasse                                                                   25

Vereinsbibliothek                                                                        nein

Abkommen mit dem Borromäusverein                                      ja

Kassenbericht im Dezember 1920

EinnahmenIn Bar                                                                                            555,44Eintrittsgelder                                                                                10,00Mitgliederbeiträge                                                                       295,50Monatlicher Beitrag                                                                         1,00Einnahmen aus Veranstaltungen                                               474,15—————————————————————————————Gesamteinnahmen                                                                       891,84 AusgabenVerbandsorgan                                                                            207,00Bezirksbeitrag                                                                                  1,00Diözesanbeitrag                                                                               4,00Beitrag an Vereinigungen                                                               9,00Porto und Schreibmaterial                                                             0,40 KassenabschlussEinnahmen                                                                                   891,84Ausgaben                                                                                     341,40 Vorstehenden Kassenbericht haben wir heute geprüft. Die Einnahmen und Ausgaben mit den Büchern übereinstimmend gefunden. Belege haben uns vorgelegen und der Kassenbestand ist uns nachgewiesen worden. Westernkotten 1920Der Kassierer                      Fritz PilkDer Kassenprüfer                Franz DietzDer Vorsitzende   Johannes Ronnewinkel     Pfarrer

Anschreiben an den Ortsverein vom 1.3.1921

Volksverein  Sekretariat  LippstadtAlte Poststr. 12 – 14Fernsprecher Nr. 437Lippstadt, den 1.3.1921An die katholischen Arbeitervereine des Bezirksverbandes Lippstadt. In der Anlage senden wir den Vereinen ein Rechnungsformular. Wir nehmen dabei Bezug auf die in Nr. 8 der W.A.Z. gemachten Mitteilungen des westdeutschen Verbandes, die auf der letzten Seite nachgelesen werden kann. Aus dieser Bekanntmachung ist zu ersehen, dass die Beiträge, welche die Vereine an das Sekretariat, an den Diözesanverband und den westdeutschen Verband abführen sollen, vom Bezirk eingezogen werden sollen. Der Bezirksbetrag, Sekretariatsbeitrag, beträgt pro Mitglied und Jahr 5 Mark. Der Diözesanbeitrag 1 Mark und der Beitrag zum westdeutschen Verband 1 Mark. Dazu kommt dann noch der Beitrag auf Grund der Bezirksverbandssatzung, der jährlich pro Kopf und Mitglied 20 Pf beträgt. Ich bitte alles andere in der W.A.Z. nachzulesen. Für die Berechnung des Beitrages wird es zweckmäßig sein, jedes Mal die Mitgliederzahl zu Grunde zu legen, welche zu Beginn des jeweiligen Vierteljahres vorhanden ist. Die Zu- und Abgänge im Laufe des Jahres werden dann das nächste Mal berücksichtigt. Ich bitte die Abrechnung bis 15.03. wieder einzusenden und den Betrag auf beigefügter Zahlkarte einzuzahlen. Mit bestem Vereinsgruß: gez. Herberhold

Anschreiben an den Verein vom 3.10.1928

Katholisches Volksbüro für Soziale Hilfe LippstadtAlte Soeststr. 12 – 14Fernsprechanschluss 605An die katholischen Arbeitervereine des Dekanates Geseke. Den Vereinen ist bereits durch die Zeitung bekannt geworden, dass unser Herbstdelegiertentag am Sonntag den 07.10.1928 in Westernkotten stattfindet. Die Tagung beginnt um 3 Uhr im Lokal des Kurhauses Wiese. Um 2 Uhr ist eine besondere Andacht in der Pfarrkirche zu Westernkotten, an welcher sämtliche Delegierten sich beteiligen müssen.Tagesordnung

  1. Bekanntgabe der Geschäftsordnung
  2. Vortrag des Herrn Arbeitersekretärs Weiß aus Herne über
    1. Die katholische Arbeiterinternationale
  3. Unser Winterprogramm, Referent Bezirkspräses Wenner
  4. Antrag des katholischen Arbeitervereins Westernkotten über Beitragszahlungen zum Sekretariat
  5. Stellungnahme zu den Kreis- und Provinziallandtagswahlen
  6. Wahl des Vertreters zum Arbeiterbeitrag der westfälischen Zentrumspartei
  7. Verschiedenes

Die Vereine haben auf die ersten hundert Mitglieder 2 Delegierte und auf jedes weitere angefangene Hundert 1 weiteren Delegierten. Wir hoffen, dass die Vereine wegen der wichtigen Tagesordnung, die zur Verhandlung steht, sämtlich vertreten sind.  25jähriges Stiftungsfest am 9. November 1930Programm

  1. Musikstück
  2. Prolog
  3. Gemeinschaftslied Nr. 1 „Den Gruß lasst erschallen“
  4. Begrüßungsansprache
  5. Gemeinschaftslied Nr. 2 „Unserm Verein“
  6. Dekorierung der Gründer des Vereins
  7. Gemeinschaftslied Nr. 3 „Hoch die Fahne, lasst sie wehen“
  8. Dankeswort der Veteranen
  9. Musikstück
  10. Festrede
  11. Gemeinschaftslied Nr. 4 „ Üb immer Treu und Redlichkeit“
  12. Theater

In den Zwischenpausen Gemeinschaftslied Nr. 5 „Im schönsten Wiesengrund“                                             Nr. 6 „O, wie lieblich“Lied Nr. 1: Den Gruß lasst erschallen zum ewigen Rom, zum Herzen, das uns allen schlägt in St. Peters Dom. Zu ihm, der die Schlüssel des Himmelreiches hält, und den sich Gott zum Hirten der Kirche hat bestellt.Lied Nr. 2: Vor vielen Jahren war bekannt im Lande weit und breit ein Mann, berühmt durch hohen Stand, Geehrt für alle Zeit. Westfalens Kind, von edlem Blut, von Ketteler ist gemeint, der Bischof voll von Kraft und Mut, des Arbeitsmannes Freund.Lied Nr. 3: Doch die Fahne, lasst sie wehen, St. Johannes Bild wir sehen mit der sinnigen Wappenzier, die die Losung unseres Strebens und die Richtschnur unseres Lebens ist und bleibet für und für. Was der Kirche Mund uns lehret, glauben wir, was sie begehret, über wir vor aller Welt. Und die Tugend sollen wir lieben, nichts soll ihren Glanz uns trüben, ihr nur ist das Glück gesellt.Lied Nr. 4: Üb immer Treu und Redlichkeit bis an dein kühles Grab, und welche keinen Finger breit von Gottes Wegen ab.Lied Nr. 5: Im schönsten Wiesengrund ist meiner Heimat Haus, da zog ich manche Stunde ins Tal hinaus.Lied Nr. 6: O, wie lieblich ist’s im Kreis trauter Biederleute Mensch und Welt gewinn dabei eine bessere Seite, und das ganze Lebensbild wird so herrlich, wird so mild, jeder muss es lieben

Anschreiben aus dem Jahre 1933

Lippstadt, den 26. Juni 1933An die katholischen Arbeitervereine der Bezirksverbände Geseke, Rüthen, Bielefeld und WiedenbrückSehr geehrter Herr PräsesAnbei übersenden wir ihnen in Anlage eine Abschrift einer Erklärung des erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn, die dem Diözesanpräses Marx gegeben ist. Wir bitten, nötigenfalls die Abschrift zu benutzen. Im Notfalle kann Rückfrage beim Generalvikariat geschehen. Nach Mitteilung des Diözesanpräses ist alles getan, um die Vereine zu retten. Näheres hierüber wird in Kürze, möglichst in den nächsten Tagen, mitgeteilt. Es wird empfohlen, in den Vereinen für Ruhe und Beruhigung zu sorgen. Versammlungen fallen am besten zunächst einmal aus, bis Klärung der Angelegenheit erfolgt ist.Der Bezirksverband der katholischen                                       Der Bezirksverband der katholischenArbeitervereine                                                                            ArbeitervereineGeseke — Rüthen                                                                        Bielefeld — WiedenbrückBezirkspräses — Sekretär                                                           Des BezirkspräsesMit Unterschrift                                                                           J. A.                                                                                                        Mit Unterschrift Anlage: AbschriftErzbischöfliches GeneralvikariatPaderborn, den 24. Juni 1933Die katholischen Arbeiter- und Knappenvereine in der Erzdiözese Paderborn sind eine kirchliche Einrichtung, welche der Aufsicht der erzbischöflichen Behörde unterstehen. Auch die Leistungen der Vereine samt ihren Vermögen stehen unter der Autorität und unter dem Schutze der Kirche.                               Siegel                               Erzb. Gen. Vikariat                                               Gez. PieperDie vorstehende Abschrift stimmt mit der dem Herrn Domvikar und Diözesanpräses Marx gegebener Erklärung des erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn vom 24. Juni 1933Lippstadt den 26. Juni 1933                               Mit Stempel versehen                               Steinbruch Pfarrer Aufgrund dieses Schreibens wurden die Vereinsaktivitäten wegen der damaligen politischen Verhältnisse in Deutschland (Naziregime) in Westernkotten eingestellt.

Die Katholische Arbeitnehmer -Bewegung (KAB) St. Johannes Evgl. Bad Westernkotten ab 1983

Neugründung

Die Neugründung unserer KAB Bad Westernkotten geht auf die Initiative des Bezirksvorstandes der KAB-Bezirks Hamm – Soest – Unna und des Diözesanpräses, Prälat Pfarrer Rudolf Winter, sowie der wohlwollenden Unterstützung unseres langjährigen Gemeindepfarrers, Geistlicher Rat Norbert Gersmann, zurück. Das Ergebnis einer groß angelegten Werbeaktion, an der sich 50 KAB-Mitglieder des KAB-Bezirkes Hamm – Soest – Unna beteiligten, und die am Sonntag, dem 25. September 1983, in unserer Pfarrei durchgeführt wurde, war vielversprechend, denn 46 Gemeindemitglieder mit ihren Ehepartnern ließen sich in die Mitgliederliste eintragen. Rechnerisch betrug damit die Mitgliederzahl des neu zu gründenden KAB-Vereins ca. 90 Personen.

Sonntag, 13. NovEMber 1983

An der ersten Zusammenkunft der Mitglieder unserer KAB nahmen neben Pastor Norbert Gersmann der Bezirkspräses des KAB-Bezirks Hamm – Soest – Unna, Pfr. Josef Kiwitt, der Bezirkssekretär Hermann Kampmann sowie einige Damen und Herren aus benachbarten KAB-Vereinen und der Diözesanpräses Prälat Rudolf Winter, dem auch die Versammlungsleitung zuviel, teil. Nach kurzer Begrüßung und Einleitung durch Pfarrer Gersmann übernahm Prälat Winter das Wort. In verständlicher Rede erläuterte er die Grundzüge und Zielsetzung der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Erste Priorität sei der Durchsetzung christlicher, sozialer Werte in Politik und Arbeitswelt zugeordnet. Weitere Schwerpunkte sind die Erwachsenenbildung in den Bereichen Politik, Sozialpolitik, Gesellschaftswesen, religiöse und weltanschauliche Weiterbildung. Nicht zuletzt sei die Förderung christlich orientierter Familien ebenfalls ein Hauptanliegen der KAB-Arbeit.Die Gliederung der KAB-Vereine verglich er mit dem Bild eines Rades: Die Nabe = Vorstand; die Felge = Mitglieder; die Speichen als Verbindung zwischen beiden Teilen stehen für die Vertrauensleute. Da ein Verein ohne Führungsteam nicht existent sei, stellte sich die Frage nach der Belegung des 1. Vorsitzendenpostens wie von selbst. Die meisten Vorschläge hierzu konzentrierten sich auf eine Person, Alfons Gibas. Dieser willigte in die Kandidatur zum 1. Vorsitzenden unter der Bedingung ein, dass sich genügend Kandidaten für die Belegung der übrigen Vorstandsposten fänden. Sein Vorschlag, am Sonntag, den 27. November in einer konstituierenden Versammlung den gesamten Vorstand einschließlich Vertrauensleute zu wählen, fand breite Zustimmung. Zudem wäre bis dahin genügend Zeit, für die Besetzung der übrigen Vorstandsposten geeignete Kandidaten zu ermitteln.

Sonntag, 27. November 1983

Am Sonntag, dem 27. November, fand sich gegen 11.00 Uhr eine ansehnliche Schar KAB-Mitglieder im Johanneshaus ein, um den Vorstand zu wählen und sich zu konstituieren. Präses Pfarrer N. Gersmann konnte auch zu diesem Anlass Bezirkssekretär Hermann Kampmann begrüßen, der als Wahlleiter fungierte. Aus der Wahlprozedur ging der 1. Vorstand unserer neu gegründeten KAB wie folgt hervor :1. Vorsitzender                                                                              Alfons Gibas2. Vorsitzender                                                                              Eduard EggeringhausSchriftführer                                                                                  Wilhelm SchraderKassierer                                                                                       Edeltraud GrädlerBeauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit                                 Heinz-Dieter TölleObmann der Alten- und Rentnergemeinschaft (ARG)           Franz PütterAls Vertrauensleute wurden gewählt                                       Friedrich Lanhenke                                                                                                        Julius Aust                                                                                                        Rudolf Klösener                                                                                                        Karl – Josef Becker                                                                                                        Franz Pütter (in Doppelfunktion)Alfons Gibas betonte in seiner ersten, kurz gefassten Ansprache als Vorsitzender, dass gute Vereinsarbeit nur möglich sei, wenn die Mitglieder des Vorstandes und des Vertrauenskörpers miteinander gut kooperieren und somit die Basis für eine gesicherte Zukunft des Vereins legen. Soviel zu unserer Neugründung der KAB St. Johannes Evgl. Bad Westernkotten.

Schwerpunkte

Im wesentlichen gliedern sich die Aktivitäten unseres Vereins in folgende Schwerpunktbereiche:

  •  Bildungsveranstaltungen (mit Referatsthemen)
  • Exkursionen
  • Besichtigungsfahrten
  • Familienfahrradtouren
  • geselliges Miteinander wie Adventsfeiern und dgl.
  • aktive Beteiligung an Ereignissen innerhalb der Pfarrgemeinde wie Pfarrfamilienfeste und anderes.

Die Satzung der KAB sieht vor, dass jeder KAB-Verein monatlich mindestens eine Veranstaltung terminiert, desgleichen treffen sich der Vorstand und die Vertrauensleute im monatlichen Rhythmus zur Vorstandssitzung.Die Tätigkeit der Vorstandsmitglieder und der Vertrauensleute ist ehrenamtlich, d.h. sie ist unentgeltlich. Gleiche Voraussetzungen gelten für Personen, die vom Vorstand unserer KAB als Referenten für Vortragsveranstaltungen, Seminare und dgl. gewonnen werden. Da die Mehrzahl der Referenten ohnehin der KAB angehören und die restlichen ebenfalls aufgrund einer Sachgebietszugehörigkeit honorarfrei tätig sind, bleiben auch diese besonderen, oftmals mit viel persönlichem Engagement verbundenen Tätigkeiten dem Prinzip der Ehrenamtlichkeit verpflichtet.

Besondere Referenten

Seit Bestehen unserer KAB St. Johannes Evgl. Bad Westernkotten haben sich viele Damen und Herren zu den mannigfachsten Themen- und Sachgebieten als Referenten bzw. Referentinnen zur Verfügung gestellt. Es würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, sie alle mit den zugeordneten Referatsthemen aufzuführen. Es sei jedoch erlaubt, diejenigen Referenten nebst ihren Sachgebieten zu erwähnen, die sich in besonderer Weise für unseren KAB-Verein eingesetzt und zur Verfügung gehalten haben. Der Dank unserer KAB gilt allen Referenten und Referentinnen für ihr Engagement gleichermaßen.Die Reihenfolge der nachstehend aufgeführten Referenten / Sachgebiete stellt keinerlei Klassifizierung dar.- Präses Pfr. Norbert GersmannSeine Referate bezogen sich in der Hauptsache auf Themen aus den Bereichen Religion und Kirche, die er oftmals mittels darauf abgestimmter Diaserien optisch untermauerte. – KAB-Mitglied Julius Aust (z. Zt. Obmann der ARG)Seinem hervorragendem Einsatz verdankt unser KAB-Verein eine Vielzahl von Exkursionen, Besichtigungsfahrten, Bildungs- und Freizeitveranstaltungen in den KAB-eigenen Häusern am Möhnesee und nicht zuletzt das von ihm ins Leben gerufene Gymnastik- und Freizeitseminar, das unter dem Motto „Aktiv ins Alter – körperlich und geistig fit bleiben“ Person der Altersgruppe 60 plus oder minus anspricht. Die Damen und Herren, die mit Begeisterung an dieser Heilgymnastik teilnehmen, treffen sich jeweils wöchentlich.-          KAB-Mitglied Heinrich Kerkhoff (verstorben)Imker Heinrich Kerkhoff stand unserer KAB oft als Referent über sein Spezialgebiet „Bienen“ zur Verfügung. Seine Vorträge, mit Anschauungsmaterial untermauert, offenbarten den Zuhörern, welchen immensen Nutzen die Biene – innerhalb eines Bienenvolkes – der Natur und dem Menschen bringt. – KAB-Mitglied Albert Richter (ehemaliger Verwaltungsdirektor der AOK)Als Verwaltungsfachmann der AOK konzentrieren sich seine Vorträge naturgemäß auf Themen aus dem Gesundheitsbereich: Finanzierung und Gesundheitswesen, Kosteneinsparmodelle, Präventionsmaßnahmen (wie Kuren etc.), Krankenhauskosten, Dämpfungsgesetz u.a. Weitere Vortragsthemen befassten sich mit dem Gebiet: Rente und Rentensicherung, Pflegeversicherung.- Als Referenten für unseren Bildungsauftrag standen und stehen uns auch heute noch zur Verfügung: die jeweiligen Bezirkssekretäre des KAB-Bezirks Hamm – Soest – Unna.- Pater Georg Witzel vom Vinzenzkolleg Lippstadt stand unserem Verein mehrfach zur Verfügung. Sein Spezialgebiet: Leben und Wirken des Ordensgründers Vinzenz und Paul und seiner Weggefährten wie zum Beispiel die hl. Luise Marillac. Als ausgezeichneter Pariskenner übernahm er die Reiseleitung, als eine KAB-Gruppe aus unserem Ort vom 31.05 – 3.6.1992 eine Busfahrt in die Seine-Metropole unternahm.- Wolfgang Schmitt, Mitglied unseres KAB-Vereins, begeisterter Hobbyfilmer und Fotograf, zieht alljährlich naturinteressierte Zuschauer mit seinen Filmen und Diaserien in den Bann. Seine Aufnahmen stammen aus dem heimischen Bereich sowie auch aus der Bergwelt Bayerns und Österreichs.- Für die alljährlichen Familienfahrradtouren in die nähere Umgebung war Franz Pütter, Obmann der ARG, der Routenplaner Nr. 1, da er sich in den heimatlichen Gefilden wie kein anderer auskannte. Unter seiner Führung lernten die Teilnehmer die Heimat noch besser kennen und schätzen.

Auszug aus der Vereinschronik

Die nachfolgend aufgeführten Veranstaltungen sind unserer Vereinschronik entnommen, die 17 Jahre Vereinsgeschichte dokumentiert. Es sind Auszüge die einen, wenn auch unvollständigen, Einblick in das Vereinsleben unserer KAB vermitteln können.

  • Am 1. Mai 1985 wurde das neue KAB-Banner, nachdem Margot Lanhenke den Vereinsnamen darauf eingestickt hatte, in einem Festhochamt mit KAB-Mitwirkung eingeweiht.
  • Am Sonntag, dem 15. Dezember 1985, wurde in einem Festakt mit vorausgegangenem Festgottesdienst die 80jährige Wiederkehr der Gründung des damaligen katholischen Arbeitervereins gefeiert. Im unteren Raum des Johanneshauses war eine kleine Ausstellung installiert, in der die Besucher auf Schautafeln angebrachte Kopien von Auszügen der wiederentdeckten Protokollbücher sowie die ebenfalls von Pfarrer Gersmann aufgefundene ehemalige Vereinsfahne besichtigen konnten.
  • 15.9.1986: Fahrt nach Düsseldorf mit Besichtigung des alten Landtagsgebäudes und der Altstadt.
  • 28.9.1986: Beteiligung unserer KAB am Schnadgang, der von den Heimatfreunden unseres Ortes initiiert war. – Montag, 28.9.1987: Besichtigungsfahrt zur Fa. Baumhüter und zur Sparrenburg in Bielefeld.
  • Sonntag, 29.5.1988: Ausflugsfahrt nach Vreden an der holländischen Grenze, der Heimatstadt unseres KAB-Mitgliedes Josef Tenwinkel, mit Besichtigung des Heimatlandmuseums, des Möwenparadieses und der Barockkirche in Zwillbrock.
  • Eine KAB-Gruppe aus Marl war am Sonntag, 4.6.1988 – einer Einladung unserer KAB folgend – zu Besuch in unserem Ort.
  • Montag, 5.9.1988: Besichtigungs- bzw. Ausflugsfahrt zur Fa. Vossen in Gütersloh (Frottier- Produkte), anschließend Besuch der Landesgartenschau in Rheda-Wiedenbrück.
  • Sonntag, 11.6.1989: Gegenbesuch einer KAB-Gruppe aus unserem Ort zum KAB-Verein in Haltern mit Zwischenstop am Schiffshebewerk in Henrichenburg.
  • Montag, 14.5.1990: Mitgliederversammlung im Johanneshaus. Herr Dr. Friedrich Lanhenke, ein Sohn unseres Ortes, referierte über ein sehr wichtiges Thema: Bösartige Darmerkrankungen, Möglichkeiten zur Früherkennung. – Zu einem weiteren Referat als Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie stand er unserer KAB am Montag, dem 9.2.1998, zur Verfügung: Arthrose in Hüft- und Kniegelenken.- Busfahrt am 20.8.1990 nach Bochum zur Werksbesichtigung der Fa. Opel AG mit Abstecher zum Planetarium und Ruhrpark.
  • Montag, 8.10.1990: Monatsversammlung mit Referat. Thema: Möglichkeiten und Gefahren der Gentechnologie. Referent: Bezirkssekretär des KAB-Bezirks Hamm – Soest – Unna,  Burkhard Schlottmann.
  • Sonntag, 1.12.1991 (1. Adventssonntag): Festhochamt aus Anlass des 25jährigen Ortsjubiläums unseres Präses und Pfarrers Norbert Gersmann als Seelsorger der katholischen Pfarrgemeinde Bad Westernkotten. 1. Vorsitzender Alfons Gibas gratulierte ihm namens des Vereins beim Empfang im Johanneshaus.
  • Montag, 9.3.1992: Vortragsveranstaltung. Thema: Deutschland im Binnenmarkt Europa. Referent: Bezirkssekretär Burkhard Schlottmann.
  • Sonntag, 29.3.1992: 40jähriges Priesterjubiläum von Präses Pfarrer Norbert Gersmann mit Festhochamt. Der KAB-Vorstand war unter den Gratulanten.
  • Gemeinsame Studienfahrt der Heimatfreunde Bad Westernkotten und Mitgliedern unserer KAB vom 31.5 – 3.6.1992 nach Paris. Die Reiseleitung hatte Pater Georg Witzel, Vinzenzkolleg Lippstadt.
  • Erstes ökumenisches Pfarrfamilienfest der katholische und evangelischen Pfarrgemeinde mit KAB-Beteiligung am Sonntag, dem 6.9.1992
  • Montag, 12.10.1992: Vortragsveranstaltung im Johanneshaus, Thema: Pflegeversicherung pro und contra. Referent: Verwaltungdirektor Albert Richter.
  • Monatsversammlung mit Vortrag zum Thema: Krankengymnastik und ihre Bedeutung als Rehabilitationstherapie. Referentin: Martina Aust-Nonnemann.
  • Montag, 17.10.1994: Vortrag von Albert Richter zum Thema: Aktuelles von der neuen Pflegeversicherung ab 1.1.1995
  • Zum Thema „Richtig erben und vererben“ referierte der ortsansässige Rechtsanwalt Josef Gudermann während der Mitgliederversammlung am 13.2.1995 im Johanneshaus.
  • „Landwirtschaft im Wandel der Zeit“, unter diesem Motto stand eine Exkursion unserer KAB auf den Naturlandhof Hoppe-Klosebaum am Montag, dem 15.5.1995
  • Montag, 9.10.1995: Ein Besuch der Schäferkämper Wassermühle mit Mahlvorführung stand auf dem Programm.- Sonntag, 15.10.1995. Offizielle Verabschiedung von Pfarrer Norbert Gersmann als Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Johannes Evgl. mit Festgottesdienst in Konzelebration mit den Geistlichen Pater Georg Witzel und Prälat Rudolf Winter und anschließendem Abschiedsempfang in der Schützenhalle. Dieses war gleichzeitig ebenfalls eine Verabschiedung als Präses unseres KAB-Vereins.
  • Zum Thema „Schlaganfall und Herzinfarkt – die häufigsten Krankheiten in der modernen Industriegesellschaft“ referierte am Montag, 12.2.1996, der ortsansässige Arzt Dr. Heinz Kerkhoff.
  • Vom 22.3.- 1.4.1996 große Studien- bzw. Wallfahrt mit Mitgliedern unseres Vereins, Mitgliedern der Heimatfreunde Bad Westernkotten und anderer KAB-Vereine des Bezirks Hamm – Soest – Unna zur ewigen Stadt Rom unter der Leitung von Pater Hermann Ewen.
  • Montag, 16.9.1996: Erstreferat unseres neuen Pfarrers und Präses der KAB, Heinz Müller, zum Thema „Wege zu einem gelingendem Leben“
  • Sonntag, 15.12.1996: adventliche und vorweihnachtliche Feier der KAB-Familie im Johanneshaus mit Ehrung und Auszeichnung des Ehepaares Albert und Maria Richter für 40 Jahre KAB-Zugehörigkeit.

Die Aufzählung vereinsinterner Aktivitäten ließe sich beliebig fortsetzen. Diese würde jedoch den Rahmen dieses Beitrages sprengen.


[1] Verantwortlich für Angaben und Inhalt der Texte zeichnet von 1905 bis 1933 nach alten Unterlagen der Protokolle und des sonstigen Schriftwesens des katholischen Arbeitervereins Westernkotten Wolfgang Schmitt, für Angaben und Inhalt der Texte von 1984 bis heute nach Unterlagen der Protokolle und des Schriftwesens der KAB Bad Westernkotten Willi Schrader.

[2] Hirsch-Dunkersche Gewerkvereine, die dem Linksliberalismus nahestanden (seit 1868)

II. Fotos