Zur Geschichte der kfd

[aus der Festschrift „1902-2002 – 100 Jahre kath. Pfarrgemeinde St. Johannes Evangelist Bad Westernkotten; Anfang 2009 aktualiisiert]

Vom „Mütterverein“ zu „Frauen bringen was ins Rollen“
Zur Geschichte und Gegenwart der kfd in Bad Westernkotten
von Annette Marcus

Zu Beginn des Berichtes über die Geschichte der katholischen Frauengemeinschaft Bad Westernkotten steht der Lobpreis Mariens, das Magnificat. Generationen von Frauen sahen in Maria ihr Vorbild, auch den Frauen unserer Zeit ist sie  „Schwester im Glauben“ geblieben. Ihr Lobpreis ist gleichzeitig ein Protestlied und ermuntert gerade die Frauen, Unrecht wahrzunehmen und an den Veränderungen der Welt mitzuwirken, um schon hier auf Erden das Reich Gottes zu verwirklichen. Maria, eine einfache Frau aus dem Volk, gibt den Frauen die Kraft, aus diesem Glauben ihren Lebensweg zu gehen.

Die Katholische Frauengemeinschaft St. Johannes Evangelist Bad Westernkotten (kfd) ist heute mit über 500 Mitgliedern der mit Abstand größte kirchliche Verein unserer Pfarrgemeinde. Bevor auf das Selbstverständnis und das Engagement der Gemeinschaft heute eingegangen wird, sollen die Wurzeln unseres Verbandes, aber auch die Entwicklung bis heute, in Grundzügen dargestellt werden.

Aus der Anfangszeit des Müttervereins in Westernkotten sind nur sehr wenige Quellen und Dokumente vorhanden, ein Grund dafür ist sicher die Bescheidenheit der Frauen, die ihre Arbeit oft nicht für erwähnenswert hielten aber auch die mangelnde Wertschätzung von Frauenaktivitäten und Frauenalltag in der Vergangenheit. „Frauengeschichte ist unsichtbar. Frauen sind zu allen Zeiten in der Geschichtsschreibung übersehen worden.“[i]

Aus der Vorgeschichte

Bis ins vorige Jahrhundert reichen die Wurzeln des Zentralverbandes der Katholischen Frauengemeinschaften. Mitte des 19. Jahrhunderts gründeten sich in Frankreich Gebetsgemeinschaften christlicher Mütter, die 1856 zu einer Erzbruderschaft(!) erhoben wurden. 1860 entstanden mit Förderung des Bischofs Wilhelm Emanuel Ketteler die ersten christlichen Müttervereine in Deutschland. Im Zuge des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 wurde die Zusammenarbeit mit den französischen Müttervereinen zerstört und der Regensburger „Verein christlicher Mütter“ wurde zur Erzbruderschaft erhoben und mit dem Recht zur Angliederung anderer Vereine (Aggregation) ausgestattet. Neben dem Gebet sollte die Sorge füreinander Anliegen der Mitglieder sein.[ii]

1915 schlossen sich in Paderborn erstmals die Müttervereine auf Diözesanebene zusammen. „Die Frauen fühlten sich getragen von der großen Gebetsgemeinschaft, sie standen sich gegenseitig bei und übernahmen Dienste der Nächstenliebe….In ihrem Vereinsgebet beteten sie täglich für ihre Kinder und um die Gnade einer guten Kindererziehung und einer guten Ehe.“[iii] Die Müttervereine wurden zu der Zeit von einem geistlichen Leiter, dem Präses, meistens dem Ortspfarrer, geleitet. Ihm zur Seite stand eine Vorsteherin.

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 änderte sich auch die Situation und der Alltag der Frauen einschneidend. Sie mußten teilweise die Männer im Berufsleben, vor allen Dingen in den Fabriken der Rüstungsindustrie, ersetzen, um das Überleben ihrer Familien zu sichern. Ihr Leben war von Sorge erfüllt. In ihren Gemeinden kamen die katholischen Frauen zusammen, um „gemeinsam zu beten und die Angst um die Männer im Krieg und um ihre Kinder nicht alleine ertragen zu müssen.“[iv] Hier bildeten die  Müttervereine wichtige Zentren. Die Mitgliederzahlen und die Neugründungen stiegen an.

Die Gründung des katholischen Müttervereins in Westernkotten 1916 – Maria Gockel wird 1. Vorsitzende

Die Gründung des katholischen Müttervereins in Westernkotten geht auf Pfarrer Ronnewinkel zurück. Vikar und Rektor Johannes Ronnewinkel aus Geseke erhielt am 31. Juli 1914 seine Anstellung als Pfarrer in Westernkotten. Am 11. August wurde er in aller Stille – wegen der Kriegswirren – durch den Dechant Meintrup aus Störmede in sein Amt eingeführt.

Unter Pfarrer Ronnewinkel wurde schon bald auch eine Jungfrauenkongregation gegründet, und zwar am 15. Januar 1915.[v] Wenn man bedenkt, dass Pfarrer Ronnewinkel erst am 31. Juli 1914 seinen Dienst in der Pfarrei Westernkotten angetreten hatte, wird deutlich, dass ihm die Gründung einer solchen Vereinigung besonders am Herzen lag.

Von Anfang an kümmerte er sich auch in besonderer Weise um die Mütter, ganz im Sinne der damals praktizierten Standesseelsorge. Er entwarf eigenhändig  Statuten für einen christlichen Mütterverein und schickt sie mit einem Brief vom 14.3.1916 an das Generalvikariat in Paderborn. Darin heißt es: „Seit meinem Amtsantritt hierselbst habe ich regelmäßige monatliche Versammlungen und monatliche gemeinschaftliche hl. Communionen mit den christlichen Müttern abgehalten; deren Beteiligung war eine fast allgemeine. Das Bedürfnis eines Müttervereines ist damit erwiesen und dessen Fortbestand in sichere Aussicht gestellt.“[vi] Das Generalvikariat wünschte noch kleinere Änderungen der Satzung. Bischof Karl Joseph genehmigte sie mit Unterschrift und Siegel am 21. März 1916 (siehe Abbildung). Der Text der genehmigten Vereinssatzung lautet (die von Paderborn gewünschten Ergänzungen sind kursiv gedruckt):

Vereinssatzung des kath. Müttervereins der Pfarrei Westernkotten.

§ 1. Zweck des Vereins ist, zu fördern:

  • a) die Selbstheiligung der Mutter
  • b) die wahrhaft christliche Erziehung des Kindes
  • c) den echt christlichen Geist im Familienleben.

§ 2. Der Verein stellt sich unter den Schutz der seligen Jungfrau und schmerzhaften Gottesmutter. Das festum primarium seu titulare ist das festum Septem Dolorum B.M.V. im Monat September.

§ 3. In den Verein können aufgenommen werden alle katholischen Mütter (Frauen und Witwen), welche einen christlichen Lebenswandel führen und bereit sind, dem Zwecke des Vereins nachzukommen. Die Aufnahme geschieht durch den geistlichen Präses, indem der Tauf- und Familienname in das Vereinsbuch eingetragen wird.

§ 4. Die Mitglieder verpflichten sich (jedoch nicht unter Sünde) neben treuer Erfüllung ihrer Standespflichten:

  • a) täglich 3 Ave Maria und das Gebet „Unter deinen Schutz und Schirm“ zu verrichten,
  • b) nach Möglichkeit den Vereinsversammlungen, die gewöhnlich monatlich einmal stattfinden, beizuwohnen,
  • c) an den gemeinschaftlichen Kommunionen, die monatlich stattfinden, teilzunehmen,
  • d) für ein verstorbenes Mitglied zu beten, an dessen Beerdigung teilzunehmen und wo möglich, der hl. Messe, die für dasselbe gelesen wird, beizuwohnen.

§ 5. Der Verein wird geleitet durch den Pfarrer und einen Rat christlicher Mütter. Der Rat besteht aus einer Vorsteherin, deren Stellvertreterin und 4 Assistentinnen, die alljährlich in der Januarversammlung gewählt werden.

§ 6. Der Vereinsbeitrag beträgt monatlich 10 Pfg. Die Mitglieder erhalten die Vereinszeitschrift. Etwaige Überschüsse werden für bedürftige Mitglieder oder für sonstige gute Zwecke verwendet.

§ 7. Die Mitgliedschaft erlischt durch freiwilligen Austritt. Außerdem ist der Vorstand befugt, Mitglieder, die einen ärgerlichen Lebenswandel führen, aus dem Verein auszuschließen. Die Ausschließung aus dem Verein durch den Vorstand erfolgt in der Regel nach einer dreimaligen fruchtlosen Verwarnung.

Westernkotten, den 14. März 1916.

Ronnewinkel, Pfarrer [Siegel]

Die Kirchenchronik für 1916 vermerkte dazu: „Am 21. März wurden durch Verfügung des Bischöflichen Generalvikariates Nr. 3922 die Statuten des gegründeten christlichen Müttervereins genehmigt. Am 4. April wurde vom Bischöflichen Ordinariat zu Regensburg die Affiliation an den Primärverein zu Regensburg vollzogen und das Dokument am 11. April vom Hochw. Herrn Bischof Carl Joseph J. Nr. 5173 genehmigt. 127 Frauen und Mütter traten dem Verein sofort bei.“

Die Zeit bis 1933

Die Entwicklung der kirchlichen Frauenarbeit stand nicht isoliert: die Frauenbewegung in Deutschland kämpfte schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts für das Recht von Frauen auf Bildung, Arbeit und politische Wirksamkeit. 1908 erhielten die Frauen den Zugang zu Hochschulen und 1919 bekamen Frauen in Deutschland das Wahlrecht zuerkannt.

Bildungsarbeit, Anregungen zur Weiterbildung von Frauen wurde nun auch ein wichtiges Anliegen des Diözesanverbandes. Dadurch sollten die Frauen befähigt werden, ihre Aufgaben in Familie und Gesellschaft wahrzunehmen.[vii] Das Umsetzen dieser Vorstellungen war allerdings im ländlichen Raum schwierig.

Unter dem Vorsitz von Frau Maria Gockel (1916-1948) bildeten die Frauen im Westernkötter Mütterverein „vor allem in den Kriegs- und Notzeiten eine Gemeinschaft von Beterinnen. Monatlich gab es einen religiösen Vortrag in der Kirche. Dazu kam später einmal im Jahr der Mütterkaffee im Saal Dietz mit buntem Programm, für das Schwester Jospertine mit Kindern des Kindergartens sorgte, und ein Ausflug in die nähere Umgebung.“[viii]

Schon von Anfang an wurde auch in Westernkotten durch die Helferinnen oder deren Kinder die monatlich erscheinende Mitgliederzeitung „Die Mutter“ verteilt, die seit 1932 den Titel „Frau und Mutter“ trägt.

In der Verbandszeitschrift „Die Mitarbeiterin“ berichtet eine Frau von den Anfängen der Müttervereine. Ihre Eindrücke spiegeln mit Sicherheit Erfahrungen von Westernkötter Frauen wider und sollen hier zitiert werden:      „ Für jede Frau war es damals selbstverständlich, nach der Heirat dem Verein beizutreten. Es war die einzige Möglichkeit, aus Haushalt und Familie herauszukommen. Ausflüge und Kaffeenachmittage waren Höhepunkte im arbeits- und entbehrungsreichen Leben. Im Gebet fanden wir Kraft und Zuversicht, um mit den Sorgen des Alltags fertig zu werden und unsere wichtigste Aufgabe, die christliche Erziehung unserer Kinder, wahrzunehmen. Verantwortung in Kirche und Gesellschaft zu übernehmen gehörte nicht zu unseren Aufgaben und Pflichten. Das war Männersache und Sache des Pfarrers. Wir haben geholfen, wo „Not am Mann“ war. Der Präses, unangefochtener Vorsteher des Müttervereins, wußte, dass er sich voll auf uns verlassen konnte: von caritativen Diensten bis hin zur Reinigung der Kirche.“[ix]

Die Entwicklung  in der Zeit des Nationalsozialismus

„Mit dem Dritten Reich kam es zu einem entscheidenden Einschnitt in das Leben des Verbandes. Immer mehr versuchten nationalsozialistische Gremien Einfluss auf die Bildungsarbeit der Müttervereine zu gewinnen…

Schließlich wurde 1939 der Zentralverband aufgelöst, der Diözesanverband konnte weiter arbeiten, mußte seine Arbeit jedoch auf religiöse Inhalte beschränken. Bildungsarbeit war verboten und den staatlichen Organisationen vorbehalten. Auch die Arbeit der einzelnen Müttervereine wurde eingeschränkt. Sie durften sich nur noch zu gottesdienstlichen Zusammenkünften in Kirchen und kircheneigenen Räumen treffen.“[x] In dieser Zeit entstand in der Diözese Paderborn auch das Patronatsfest der Frauen am Lichtmesstag. Am 2. Februar 1939 waren zunächst nur die Vorstandsmitglieder und die Mitarbeiterinnen zu einer „Mitarbeiterinnenveranstaltung mit einer abschließenden religiösen Veranstaltung“ eingeladen. Die Frauen wollten sich gegenseitig darin bestärken in den schwierigen Zeiten bewußt als Christen zu leben. Der damalige Diözesanpräses Weihbischof Baumann schrieb dazu: „Das Bewußtsein, an diesem Tage die Gemeinschaft aller Mitarbeiterinnen in der ganzen Diözese versammelt zu wissen, wird der Arbeit gewiß Auftrieb und Schwung geben.“[xi] In der Kirchenchronik von Westernkotten finden sich aus dieser Zeit nur vereinzelte Eintragungen:

1933: „Der Mütterverein machte mit Bahn und Omnibus einen Ausflug am 24. Juni nach Stromberg-Wadersloh.“

1937: „An Fastnachtstagen wurden 3 Einkehrtage von Herrn Pater Ludgerus abgehalten, und zwar für Männer, Frauen und Jungfrauen… Wallfahrt des Müttervereins nach Bödefeld.“

Die Rolle der Frau als Mutter war in dieser Zeit von großer Bedeutung: Mutterkreuze für Frauen mit mehreren Kindern oder der Slogan „Ein Kind für den Führer“, beschränkten die Frauen allerdings auch in ihren Entfaltungsmöglichkeiten und legten sie einseitig auf die Mutterrolle fest. Dadurch, dass die Männer dann aber in den Kriegsdienst eingezogen wurden, bewiesen viele Frauen, dass die durchaus auch in der Lage waren sogenannte „Männeraufgaben“ zu bewältigen.

Der Mütterverein sah während des 2. Weltkrieges  neben dem Gebet die caritative Arbeit als ein wichtiges Aufgabenfeld an.

Die Nachkriegsjahre – Magdalene Jesse übernimmt den Vorsitz

Besonders für verheiratete Frauen mit Kindern waren die ersten Jahre nach dem Krieg sehr schwierig. Sie trugen die Verantwortung für die Beschaffung von Lebensmitteln und die aus dem Krieg heimkehrenden Männer stellten nicht selten  ein Problem dar, da sie sich von der Familie entfremdet hatten und sich erst langsam in ein normales Familienleben wieder einfinden konnten.

Im Jahre 1947 übernahm Frau Magdalene Jesse in Westernkotten den Vorsitz des Müttervereins von Frau Gockel. Sie griff die Aufgaben, die sich aus der sich wandelnden Zeit ergaben, tatkräftig auf. Nach Teilnahme an mehreren Schulungen bildete sie nach und nach die folgenden Schwerpunkte:

  • a) Erwachsenenbildung: zum Beispiel Vorträge über Emanzipation und Aufklärung; Gesprächsrunden; Kochkurse
  • b) Geselligkeit und Spiel: Bastelkurse, Gemeinschaftsfeiern, Ausflüge
  • c) Engagement im kirchlichen Bereich: Gemeinschaftsmessen, Betstunden, gemeinsames Beten bei Beerdigungen, caritative Dienste.

Fast jedes Jahr erwähnt Pfarrer Becker in der Kirchenchronik den Frauen- und Mütterverein. Im Jahr 1950 lautet etwa der Eintrag: „143 Mütter machten eine Wallfahrt nach Werl, anschließend eine Fahrt durchs Hönnetal. 248 halten die Zeitschrift „Frau und Mutter.“

Dennoch war die Aufbauarbeit nicht immer einfach. In einem Interview aus dem Jahre 1981 vermerkt Frau Jesse: „Die Schwierigkeiten beim Aufbau der katholischen Frauengemeinschaft lagen auf der einen Seite bei den Obrigkeiten, z.B. Herr Pastor Becker konnte es nicht begreifen, dass die Frauen anfingen sich zu emanzipieren und in der Kirche mitzuarbeiten. Auf der anderen Seite lag es an den Frauen selbst. Sie kamen einfach nicht zu den Bildungsveranstaltungen, einmal weil sie keine Zeit hatten, zum anderen aber auch weil sie glaubten, dass ihre Männer es nicht so gerne hätten, was aber oft gar nicht stimmte. Heute sind positive Tendenzen absehbar.“[xii]

Nicht nur in Bad Westernkotten zeigte sich diese Entwicklung in der Zeit des Neubeginns nach dem Zusammenbruch, wie folgender Auszug aus der Verbandsschrift „Auf dem Weg in die Zukunft“ belegt: „In Frauenorganisationen, z.B. auch der kfd, wurde versucht, durch Bildungsangebote und Freizeitaktivitäten Frauen zur Auseinandersetzung mit ihrer Situation anzuregen. Die Mehrzahl der Frauen hatte kein Interesse an der aktiven Beteiligung in der Auseinandersetzung um Frauenfragen. Dennoch bemühten sich die Frauenorganisationen um Gehör in der Öffentlichkeit… Aus der Geschichte läßt sich entnehmen, daß insbesondere dort, wo Frauen selber aktiv geworden sind, eine Besserung ihrer Situation möglich wurde.“[xiii]

Trotzdem hat Magdalene Jesse Vieles bewirkt. „In diesen 25 Jahren machte Frau Jesse die Frauengemeinschaft zu einer der aktivsten Gruppen innerhalb unserer Pfarrgemeinde. Von 1965 bis 1973 leitete sie außerdem die Frauengemeinschaft im Dekanat. Von 1973 bis 1976 wirkte sie als verantwortliche Leiterin der Familienbildungsstätte.“[xiv] Für ihren enormen ehrenamtlichen Einsatz für andere Frauen und ihr soziales Engagement wurde ihr am 22. Juli 1995 das Bundestverdienstkreuz verliehen. „In ihrer unaufdringlichen und damit um so  wirkungsvolleren Art hat sie ihre Mit- und Umwelt positiv verändert.“[xv], sprach es die stellvertretende Landrätin Irmgard Soldat in ihrer Laudatio aus.

Die nachkonziliare Zeit

„Plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen:
Frauen waren es, die zu den Männern eilten,
die atemlos und verstört die größte aller Nachrichten weitersagten:
Er lebt!
Stellt euch vor, die Frauen hätten in den Kirchen
Schweigen bewahrt!“[xvi]

Das II. Vatikanische Konzil (1962-65)[xvii] hat auch für die Arbeit der katholischen  Frauengemeinschaften wichtige Veränderungen bewirkt. So heißt es etwa in der Schlussbotschaft des Konzils: „Die Stunde kommt, die Stunde ist schon da, in der die Frau in der Gesellschaft einen Einfluss, eine Ausstrahlung, eine bisher noch nie erreichte Stellung erlangt. In einer Zeit, in welcher die Menschheit einen tiefgreifenden Wandel erfährt, können deshalb die vom Geist des Evangeliums erleuchteten Frauen der Menschheit tatkräftig dabei helfen, dass sie nicht in Verfall gerät.“[xviii]

Die Laien übernahmen in den folgenden Jahren in ihren Gemeinden  Mitverantwortung für die Gestaltung des kirchlichen Lebens. Dabei gewann der Gedanke der Partnerschaft mehr und mehr an Bedeutung. Dazu gehörte auch die Partnerschaft unter den Frauen selbst. Damit die Frauengemeinschaft ein Verband für alle Frauen sein konnte, nicht nur wie bisher für Ehefrauen, Mütter und Witwen, erfolgte 1968 die Umbenennung des Verbandes in „Katholische Frauengemeinschaft   Deutschlands“ (kfd). Unabhängig von Familienstand und Lebenssituation sollte die kfd Heimat und Anwältin für viele Frauen sein. Diese Forderung wurde 1999 durch die sog. „Leitlinien ’99“ noch einmal bekräftigt und aktualisiert.

Aber auch im kirchlichen Bereich wurde diese neue Partnerschaft bemerkbar. Frauen wurden in die neu eingerichteten Räte gewählt. Am 30. Juli 1967 fanden zum ersten Mal Wahlen zum Pfarrgemeinderat statt. 184 Gemeindemitglieder machten in Bad Westernkotten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Unter dem Vorsitz von Paul Röwekamp arbeitete auch die kfd-Vorsitzende Magdalene Jesse, später auch Maria Richter, aktiv in dem neuen Gremium mit, um so auch hier Mitverantwortung für das kirchliche Leben zu übernehmen.

Es sollte allerdings noch bis zum 11. November 2000 dauern, bis mit Ingrid Stillecke, einem aktiven kfd-Mitglied, die erste Frau in den Kirchenvorstand gewählt wurde.

Maria Richter als 1. Vorsitzende

Nachdem Frau Jesse 25 Jahre lang den Vorsitz der katholischen Frauengemeinschaft in Bad Westernkotten innegehabt hatte, übergab sie das Amt 1972 an Frau Maria Richter, die bis 1984 die kfd Bad Westernkotten leitete. Ihr zur Seite standen Toni Erdmann als 2. Vorsitzende, Irmgard Boberschmidt als Schriftführerin und Agnes Schulte als Kassiererin. Gemeinsam bildeten sie den ersten Vorstand, der von der Mitgliederversammlung gewählt wurde.

Über die Schwerpunkte ihrer Arbeit schrieb Maria Richter 1978: „In Verbindung mit der Familienbildungsstätte Lippstadt werden handwerkliche Kurse durchgeführt; Nähen, Kochen, Werken; Blumenstecken, Makramee, Verzieren von Kerzen, Tischschmuck arbeiten u.a.

Bildungsfahrten, Fahrten für Mutter und Kind, Altenfahrten werden durchgeführt.

Vertiefung des Glaubens wird angestrebt durch monatliche gemeinsame Gottesdienste, Wallfahrten, religiöse Besinnungstage, Teilnahme an Dekanatstagen, Weltgebetstag.

Bei der monatlichen Helferinnenkonferenz werden die 28 Bezirkshelferinnen informiert geschult. Probleme über Mitarbeit in der Gemeinde werden diskutiert. Gratulationen unserer alten Mitglieder und Besuche der kranken Mitglieder werden besprochen.“[xix]

Besonders beliebt waren in dieser Zeit die Nähkurse, die schon vorher unter der Leitung von Sophie Jesse, jetzt aber von Gertrud Niggenaber und später Cilly Dahlhoff, stattfanden. Höhepunkte waren dabei die Modenschauen, bei denen die Werke bestaunt werden konnten. Dazu aus der Ankündigung der monatlichen Veranstaltungen: „24. 5. und 25. 5. 1976 jeweils um 15.00 Uhr: Im „Haus Dietz“ werden bei einer bunten Modenschau selbstgefertigte Kleider von den Teilnehmerinnen der Nähkurse vorgeführt.“ Je 150 Zuschauer sahen sich bei den beiden Vorführungen diese Modenschau an! ( Fotos von Elisabeth Schulte)

In den Jahren 1974 und 1975 hatte die kfd einen Gitarrenkursus organisiert, der sich jeweils freitags um 19.00 Uhr zum Üben traf. Bereits 1973 hatte sich ein Singekreis unter der Leitung von Maria Rustige gebildet.

Ein weiterer kleiner Mosaikstein der Frauen auf dem Wege zu ihrer  Emanzipation war ein Kochkursus für die Männer! Am 27. 1. 1977 lud die kfd  „Herren an den Herd“ ein.

Besonders stolz dürften viele kfd-Frauen am 9. Oktober 1976, dem Tag der Weihe der neuen Pfarrkirche, gewesen sein; denn der Tabernakel im Hochaltar  konnte von ihren Spendengeldern finanziert werden. Bei verschiedenen Anlässen hatten die Frauen dafür 6000,-DM gesammelt. Und als die Marienkapelle im Kirchturm der alten Pfarrkirche 1979 renoviert wurde, stiftete die kfd ein Fenster mit dem Motiv der Begegnung zwischen Maria und Elisabeth. Gerade dieses Bild ist auch heute noch für die Frauen von besonderer Bedeutung, denn auch in der Frauengemeinschaft steht die Begegnung mit anderen Frauen immer wieder im Mittelpunkt. Deshalb legte der Vorstand auch besonderen Wert auf die Widmung, die unten rechts im Bild zu sehen ist.

Ende 1973 rief der Diözesanverband Paderborn die Patenschaftsaktion „Frauen helfen Frauen“ ins Leben. Daran beteiligte sich auch die kfd Bad Westernkotten. In Maria Kespe fanden sie sofort eine tatkräftige Frau, die bis Juli 1991 etliche Pakete packte und so Kleiderspenden zunächst zur Partnergemeinde der Diözese nach Bethlehem in Südafrika zu Pater Schier schickte. Aber schon bald bedachte man auch die beiden Bad Westernkötter Missionsschwestern Schwester Concetta in Namibia und Schwester Magdalena auf den Philippinen. Zum 10jährigen Jubiläum der Paketaktion im November 1983 berichtete die Tageszeitung „Der Patriot“: „Die stolze Bilanz: Bis zum gestrigen Freitag wurden im Heim von Maria Kespe genau 502 Pakete gepackt und verschickt. An ihren Bestimmungsorten angekommen waren sie vielen Menschen in Not wertvolle Hilfe. An Portokosten wurden, so gibt Maria Kespe an Hand ihres Protokollbüchleins Auskunft, 9356,30Mark benötigt.“[xx] Nur durch großzügige Kleider- und Geldspenden der Bevölkerung war diese Aktion möglich. Unterstützt wurde Maria Kespe bei ihrer Arbeit von Kunigunde Kemper und Mechthild Spiekermann. Bis April 1991 verschickte sie so 880 10-kg-Pakete. Die Geldspenden für das Porto betrugen rund 20.000,-DM.[xxi]Noch bis heute werden die Kollektengelder der monatlichen Gemeinschaftsmessen der Frauen für die Missionsarbeit der beiden Bad Westernkötter Schwestern verwandt.

Die kfd unter Toni Erdmann (1984 -1988)

Mit Toni Erdmann wurden bei der Generalversammlung im Dezember 1984 Gertrud Niggenaber und Karin Theumer als Stellvertreterinnen, Christa Vogt als Kassiererin und Marlies Schulte als Schriftführerin in den Vorstand gewählt. Die engagierte kfd-Arbeit, die unter Magdalene Jesse und Maria Richter die Bad Westernkötter Frauengemeinschaft zur „Vorzeigegemeinschaft“ in Dekanat und Diözese wachsen ließ, wurde auch vom neuen Vorstand kontinuierlich weitergeführt. Im Folgenden einige besondere Veranstaltungen aus dieser Zeit:

Am 24. Februar 1985 richteten kfd und DPSG gemeinsam ein sogenanntes „Hungeressen“ aus. 50 Gäste, die mit einem einfachen Mahl bewirtet wurden, spendeten dabei 400,-DM für die Mission.

Am 18. April 1985 lud die kfd zu einem Gesprächsabend zum Thema „Wie können wir unser Muckenbruch retten?“ ein. Dabei wurde gleichzeitig ein Konzept zur Erhaltung des Muckenbruches vorgestellt.

Besonders beliebt waren stets die Mutter-Kind-Ausflüge, so auch am 7. Januar 1986, als 89 Teilnehmer (Omas, Mütter und Kinder) die Krippe im Soester Patroklidom besichtigten.

Am 11. März 1986 fand der Abschlußabend des Kursus „Abnehmen – aber mit Vernunft“ statt. Dabei waren die 15 Teilnehmerinnen stolz, denn zusammen hatten sie 118,5 kg abgenommen!

Beim Karneval 1987 ging selbst der Präses der Frauengemeinschaft „in die Bütt.“ Die Tageszeitung berichtete darüber: „Mit lustigem Hütchen auf dem Kopf, rot-weißer überdimensionaler Fliege um den Hals gebunden sowie angetan mit einer fesch gestreiften Weste versprühte Pfarrer Norbert Gersmann am Montagabend närrischen Witz… Pfarrer Gersmann plauderte mit launigen Worten über die sonntägliche Kollekte und sammelte mit seinem Vortrag die Sympathien des Publikums und kräftigen Applaus.“[xxii]

„Die Kurhalle stand im wahrsten Sinne des Wortes Kopf, als die katholische Frauengemeinschaft ein Karnevalsprogramm der Superlative auf die Beine stellte.“[xxiii], hieß es im Jahre 1988, denn die drei Karnevalsaufführungen der Theatergruppe mussten in der Kurhalle stattfinden, da der Saal Dietz wegen Umbauarbeiten nicht zur Verfügung stand. Mit je 140 Gästen waren die Vorführungen ausverkauft.

Am 24. Februar 1988 sprach Diözesanpräses Franz Hochstein aus Paderborn vor 62 Frauen und Ehemännern zum Thema „Ehe und Familie“.

Gleich 56 neue Mitglieder konnte Toni Erdmann Ende Mai 1988 während einer Feierstunde in die kfd aufnehmen. Nach einer Maiandacht trafen sich die Frauen im Johanneshaus und den „Neulingen“ wurde das Mitgliedsbuch zusammen mit einer Rose überreicht. Die Diözesanreferentin Maria Hollemann hielt im Anschluß ein Referat zum Schwerpunktthema „Im Vertrauen Dialog wagen“.[xxiv]

Einen gemütlichen Abend verbrachten die Helferinnen am 27. Oktober 1988 zum Erntedank im Johanneshaus. Dazu die schriftlichen Anmerkungen von Toni Erdmann: „70 Partybrötchen haben nicht gereicht; 1989 müssen 100 bestellt werden!“

Auf Toni Erdmanns Initiative wurde unten im Johanneshaus eine neue, funktionstüchtige Küche eingebaut. Bisher hatte man sich mit gebrauchten Möbeln geholfen. Je 1000,-DM der kfd und der Caritas bildeten den Grundstock der Finanzierung, den Rest übernahm die Kirchengemeinde.

Nach über 20 Jahren aktiver Mitarbeit in der kfd, davon 12 Jahre als zweite Vorsitzende und vier Jahre lang an der Spitze der Gemeinschaft, wurde Toni Erdmann am 3. Dezember 1988 im Rahmen der Generalversammlung verabschiedet. Rückblickend auf diese Zeit sagte Toni Erdmann: „Die  Arbeit in der kfd hat mein Leben bereichert. Ich bin durch die kfd gewachsen!“[xxv] Ihrer Nachfolgerin hinterließ sie ein gut bestelltes Feld.

Die kfd unter Gertrud Niggenaber (1988 – 1996)

Bei der Generalversammlung im Dezember 1988 wurde mit Gertrud Niggenaber als neue 1. Vorsitzende Maria Coböken neu hinzugewählt, in ihren Ämtern bestätigt wurden Marlies Schulte, Karin Theumer, Christa Vogt und Helga Wieners.

„Den Schwerpunkt ihrer kfd-Arbeit sieht Gertrud Niggenaber darin, daß alle Frauen ihren persönlichen Glauben in das Leben der Gemeinschaft einbringen können und mit ihren Sorgen und Problemen ernst genommen werden.“[xxvi]

Im Januar 1991 traf der Vorstand eine wichtige Entscheidung, als er  wegen des Golfkrieges die Karnevalsfeiern der Theatergruppe absagte. Frohsinn und Heiterkeit passten nicht zu den schrecklichen Bildern des Krieges.

Mit der Feier zum 75-jährigen Bestehen der Frauengemeinschaft machten die Frauen um Gertrud Niggenaber deutlich, dass sie ein Aktivposten innerhalb der Gemeinde sind. Prominente Gastrednerin war bei dieser Veranstaltung am 21. April 1991 die Generalsekretärin des Zentralverbandes der kfd in Düsseldorf, Gertrud Casel. Damit nicht nur die geladenen Gäste, sondern alle Interessierten ihre Rede hören konnten, wurde sie in der Kirche an Stelle der Predigt während des Festgottesdienstes gehalten. „Aus organisatorischen Gründen“ hieß es dazu; denn den Laien, und da besonders den Frauen, ist das Predigen von Rom offiziell untersagt.  Gertrud Casel ging während ihres bemerkenswerten Vortrags auf die verschiedenen Lebensformen von Frauen ein: „Es fehlt die gesellschaftliche Anerkennung. Frauen werden als Heimchen am Herd, als Karrierefrau und Rabenmutter bezeichnet. Egal, was sie machen, es ist verkehrt!“ und die Generalsekretärin forderte die Frauen auf, aufzubrechen in Kirche, in der Gesellschaft und der Politik um neue Räume der Verantwortung miteinander zu finden.[xxvii]  Bürgermeister Franz-Josef Spiekermann machte den Frauen beim anschließenden Empfang Mut, sich weiter engagiert in der Gemeinde für ihre Belange einzusetzen, da Frauen viele Dinge anders sehen als Männer.

Schon bei der Generalversammlung im Dezember 1990 hatte die kfd-Gruppe „Frauentreff“ den Antrag gestellt, dass die Frauengemeinschaft eines von zwei zu installierenden Wipptieren auf dem Kirchplatz finanziere. Fast ein Jahr später, am 7.12. 1991, wurden dann die Wipptiere, (eines wurde von der DPSG gestiftet) aufgestellt. Besonders für junge Mütter mit ihren Kindern, aber auch mancher Großmutter mit ihren Enkelkindern, ist dieser Platz zu einer kleinen und beliebten Begegnungsstätte geworden.

Recht originell gestalteten die Mitglieder der kfd am 18. April 1996 das 80jährige Jubiläum ihrer Gemeinschaft und der damit verbundenen Neuaufnahme von 40 Frauen. Mit einem  Salatbuffett stellten sie symbolisch die Vielfalt der Frauengemeinschaft dar. Da gab es z.B. den Kartoffelsalat, der für die bodenständigen Frauen stand, den Teufelssalat für die temperamentvollen Mitglieder. Der Rote-Bete-Salat, bei dessen Zubereitung man schon einmal schmutzige Hände bekommt, sollte die nicht immer leichte kfd-Arbeit symbolisieren, bei der man auch schon mal kräftig zupacken muss.

Bei der Generalversammlung am 12. Dezember 1996 bedankte sich Gertrud Niggenaber nach insgesamt zwölfjähriger Vorstandsarbeit bei den Frauen ihrer Gemeinschaft mit den Worten: „Danke für den Mut und die Kraft, mit der Sie das Rad der kfd in Schwung hielten und halten werden. Und dass Ihnen dabei auch in Zukunft die Puste nicht ausgeht.“

Die kfd Bad Westernkotten unter dem Vorsitz von Mechthild Plümpe (1996 – 2008)

Neben Gertrud Niggenaber schied 1996 auch Maria Coböken nach achtjährigem Wirken aus dem Vorstandsteam aus. Mit Mechthild Plümpe als neue 1. Vorsitzende wurde eine engagierte Nachfolgerin gefunden. Ingrid Stillecke und Annette Marcus wurden neu in das Team gewählt, während Helga Wieners, Marlies Schulte und Christa Vogt in ihren Ämtern bestätigt wurden.

Bei den Wahlen im Dezember 2000 schieden Ingrid Stillecke und Helga Wieners aus dem Vorstandsteam aus, neu gewählt wurde Marita Wieneke.

Bei den Vorstandswahlen im Dezember 2004 schieden Marlies Schulte und Christa Vogt nach 20 jähriger Vorstandstätigkeit aus dem Team aus. Neu hinzu gewählt wurden Veronika Deimel und Margret Spangemacher, die nun für die Kasse verantwortlich ist, zusammen mit Marita Wieneke, Annette Marcus und Mechthild Plümpe bilden sie nun den Vorstandskreis.

Neben den Programmen der einzelnen Gruppen und den jährlich stattfindenden Ausflügen, Halbtagesfahrten, Wallfahrten und Bildungsveranstaltungen für alle kfd-Mitglieder hat sich die 1. Vorsitzende Mechthild Plümpe immer wieder besondere „Events“ einfallen lassen, um andere Kreise und Personengruppen auf die kfd aufmerksam zu machen.

Zu erwähnen sind da die beiden Ausstellungen am ersten Advenstwochenende.

2002 hatte die kfd eine Krippenausstellung organisiert. Bad Westernkötter Familien stellten ihre Krippen im Johanneshaus aus. Der Erlös dieser Veranstaltung (Waffeln und Kaffee) kam dem Kinderhospiz Olpe zugute.

2004 schwelgten die Besucher bei der Ausstellung „Erinnerungen an meine Kindheit“ in längst vergangene Zeiten.

Im August 2005 waren alle Frauen aus Bad Westernkotten und Umgebung zu einem Wellness-Tag an der Schäferkämper Wassermühle eingeladen. An verschiedenen Ständen konnten sich die Teilnehmerinnen aus Nah und Fern über Fitnessmöglichkeiten, Frauengesundheit, Kosmetik, Fußmassage, aber auch über die Arbeit der kfd informieren – denn auch Mitmachen in der kfd tut Frauen gut.

Am 24. August 2006 feierte die kfd ihr 90jähriges Bestehen. Ursprünglich sollte dieses Fest an der Schäferkämper Wassermühle stattfinden, aber wegen der kühlen Witterung und der Renovierung der Schützenhalle, fand das Fest in der Erwitter Hellweghalle statt. Die mehr als 300 Teilnehmerinnen wurden mit Bussen dorthin gebracht und auch wieder abgeholt. Im Festgottesdienst knüpften sich 41 neue Mitglieder symbolisch in das schon bestehende Netz der kfd ein. Bei einem Sketch der Theatergruppe wurde die 90jährige kfd-Geschichte humorvoll dargestellt. Musikalisch wurde der Abend von der Anröchter Gruppe „PankiMug“ begleitet. Zum Abschluss des gelungenen Abends brachten die Belecker Nachtwächter den Frauen ein Ständchen.

Bei der Mitgliederversammlung am 7. Dezember 2006 stimmten die Mitglieder der kfd über eine Satzungsänderung ab. Die Änderung betrifft u.a. die Größe und die Zusammensetzung des Vorstands. Künftig gehören auch die Gruppenleiterinnen der einzelnen Gruppen dem erweiterten Vorstand an. Auch eine genaue Aufgabenbeschreibung für den Dienst der Mitarbeiterinnen im Besuchsdienst wurde mit aufgenommen. Neu in der Satzung ist, dass  der Präses der kfd in Zukunft ebenfalls von der Mitgliederversammlung gewählt wird. Erstmals wurde eine eigene Wahlordnung der kfd verabschiedet.

Am 29. April 2007 organisierte die Bad Westernkötter kfd ein Gospel-Konzert mit der Anröchter Gruppe „PankiMug“ (Pankratius-Kirchen-Musikgruppe) in der Pfarrkirche für die Gemeinde. Viele Auswärtige und Kurgäste nahmen daran teil.

Unter dem Motto „Ist tea-time“ lud die kfd im Mai 2007 ihre Mitglieder zu einem englischen Nachmittag bei Tee und englischen Teegebäck und besonders zu einem Vortrag über die Vielfalt der englischen Landschaftsgärten ein. Angetan von den wunderbaren Bildern kam schon bald der Wunsch auf, diese doch einmal in Natur zu sehen. So machte sich dann im Juni 2008 eine Reisegruppe auf den Weg in die Grafschaft Kent nach England auf.


  • [i] Dr. Gabriele Broszio im Begleitschreiben zur Ausstellung „Frauenleben im Erzbistum Paderborn“; Januar 2001
  • [ii] Vgl. dazu: Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands – Zentralverband – (Hg.), Lebensräume – Gleichheitsträume. Die Geschichte der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, Düsseldorf 1993
  • [iii] aus: „80 Jahre Diözesanverband Paderborn, Textsammlung zu „Tage der Mitarbeiterinnen“ vom 9.5. -12.5.1995, hrsg. vom kfd-Diözesanverband Paderborn
  • [iv] wie Anm. 1
  • [v] siehe den entsprechenden Beitrag in diesem Buch
  • [vi] Pfarrarchiv E 3
  • [vii] wie Anmerkung 2, S. 3
  • [viii] aus: Bad Westernkotten; Altes Sälzerdorf am Hellweg. Lippstadt 1987, S. 417
  • [ix] Ausgabe 6/1995
  • [x] wie Anmerkung 2, S. 5
  • [xi] aus: Hilfen zum Gottesdienst am Patronatsfest der kfd 1999, Diözesanverband Paderborn, S. 3
  • [xii] aus: GIG – Gemeinde im Gespräch, Heft 3/1981, S. 8
  • [xiii] aus: Auf dem Weg in die Zukunft – Orientierungs- und Arbeitsprogramm 1979; Klens, Düsseldorf 1981
  • [xiv] aus der Begrüßungsrede von Gertrud Niggenaber anläßlich des 75jährigen Bestehens der kfd Bad Westernkotten am 21. April 1991
  • [xv] Der Patriot, 24.7.1995
  • [xvi] aus: Anneliese Lissner, Du lässt dich finden in uns selbst. Mit Worten beten; Freiburg 1987
  • [xvii] vgl. dazu den entsprechenden Beitrag in diesem Buch
  • [xviii] zitiert nach: Kamphaus, Franz, Mutter Kirche und ihre Töchter, Herder Freiburg 1989, S. 7
  • [xix] aus: GIG – Gemeinde im Gespräch, Heft 8/1978, S. 4
  • [xx] Der Patriot, 12. November 1983
  • [xxi] vgl. Gertrud Niggenaber, 21. 4. 1991
  • [xxii] Der Patriot, 4. März 1987
  • [xxiii] Der Patriot, 10. Februar 1988
  • [xxiv] Der Patriot, 8. Juni 1988
  • [xxv] Toni Erdmann in einem Telefongespräch am 7.6.2001
  • [xxvi] Der Patriot, 7./8. Mai 1994
  • [xxvii] Der Patriot, 22. 4. 1991